PERRY RHODAN – DIE TSCHUBAI-CHRONIKEN

Drei Tschubais in einer Dreiergruppe von Romanen: Ras Tschubai, der afrikanische Chemiker, der durch seine Teleporterfähigkeit im Jahre 1961 zu einem der ersten Wegbegleiter Perry Rhodans wurde. Das dreieinhalb Kilometer große Omniträgerschiff RAS TSCHUBAI, auf dem die Geschichte spielt, trägt seinen Namen. Auf ihm tut der dritte Tschubai Dienst: Col Tschubai, seines Zeichens Medienwart, der das Andenken an den Stamm seines Vorfahren hochhält und die Agierenden überallhin begleiten kann, denn einen Chronisten braucht jeder.

Der Sonderband wurde dem »Sternengruft« – Zyklus entnommen, der die Hefte 2875 bis 2899 umfasste. Er erzählte die Irrfahrt Perry Rhodans durch die 131 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxis Orpleyd. Die Gegner sind die Gyanli: große amphilische Humanoiden, blauhäutig mit Flughäuten; mephistoartig sind sie und erbarmungslos.

Was jetzt als Dreiergruppe in einer Sonderausgabe herausgegeben wurde, erzählt, wie die in der fremdem Galaxis Orpleyd angekommene RAS TSCHUBAI von den Gyanli geentert wird und wie die Besatzung sie wieder loswird. Wobei die Gegner, die sie kennenlernen, wichtiger sind als sie denken und die Kämpfe Auswirkungen haben, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal erahnen lassen.

Die Ausgangssituation: Rhodan und Pey-Ceyan reisten als erbeutete Bewussteine der Flotte der heimkehrenden Tiuphoren, einem Kriegervolk, mit nach Orplayd. Sie kehrten in ihre Körper zurück, weil der Gestaltwandler Attilar Leccore Tiuphorengestalt annahm und mit auf die Reise ging. Jetzt suchten die drei einen Weg nach Hause. Sie trafen auf die Wuurtuloxo, ein schrulliges, kastenförmiges Technikervolk. Ein paar davon sind dabei, als sie die RAS TSCHUBAI finden.

Das Fernraumschiff erreichte Orpleyd, weil Rhodans Enkelin Farye Sepheroa Perrys Privatvermögen verbrauchte, um die Mission zu bezahlen. Auch Mausbiber Gucky und die gentechnisch konstruierten Jugendlichen Lua Virtanen und Vogel Ziellos sind an Bord.

Nach der Ankunft der RAS TSCHUBAI rettet sie eine bunten Multikulti-Gesellschaft von Flüchtlingen und mischt sich in Kämpfe gegen die in Orpleyd friedlichen Tiuphoren ein. Deshalb wollen die Gyanli sie loswerden. Diese Auseinandersetzung, die ihren Anfang im Lichfahne-System der Tiuphoren findet, sind das Thema der Trilogie »Die Tschubai Chroniken«: Michael Marcus Thurner schrieb »Der Schwarze Sternensturm« (PR 2886), Susan Schwartz das »Tagebuch des Widerstands« (PR 2887) allein und die »Garde der Gerechten« (PR 2888) gemeinsam mit Hubert Haensel.

Als die Romane im Dezember 2017 erstmals herauskamen, schrieb ich darüber in meiner Kolumne im Corona-Magazine (Verlag in Farbe und Bunt). Der Titel »Tschubai Chroniken« kam aufs Titelblatt, weil ich den Ausdruck bei Uschi Zietsch aufschnappte, die mir den als Teil meiner Kolumne veröffentlichten Autorenbeitrag zu Col Tschubai gab. Erst als ich die Sonderausgabe sah, wurde mir klar, dass dies wohl ein Arbeitstitel gewesen war.

Im langen Artikel schrieb ich über die Rolle von Tschubais Ethnie in Rhodans »Dritter Macht« von 1961, seinen Status als Terraner, dessen Hautfarbe ihn nicht ausgrenzte, was vorzüglich zum multikulturellen Miteinander der Widerständler in Orpleyd passt. Dort schrieb ich auch über die Herkunft des Begriffs vom Staudammprojekt »Atlantropa«, das Serienerfinder K.H. Scheer aus den 30er Jahren kannte. Das ist interessant, aber davon muss man wirklich überhaupt gar nichts wissen, um die Romane zu lesen.

In der Trilogie tritt Ras Tschubai auf durch Col zugespielte Aufzeichnungen, mit dener der junge Mann sich auseinandersetzt. Als Holo wird er das Sprachrohr des Zentralrechners ANANSI. Dabei ist Col kein Held, kein Soldat. Er hat Angst, er denkt sich seinen Teil und bekommt alles mit, was geschieht.

Zu allen drei Romanen habe ich auch wesentlich ausführlichere Einzelbesprechungen geschrieben, die sich auf meinem Blog finden und auf dem Geisterspiegel. Ich gebe beide Links an. Jeweils am Ende der Besprechungen befinden sich Spoiler! und

Michael Marcus Thurner: Der Schwarze Sternensturm (PR 2886); gleicher Post auf dem Geisterspiegel

Suzan Schwartz: Tagebuch des Widerstands (PR 2887); gleicher Post auf dem Geisterspiegel

Hubert Haensel/ Susan Schwartz: Garde der Gerechten (PR 2888); gleicher Post auf dem Geisterspiegel

Schon damals fiel mir auf, dass die »Tschubai«-Trilogie ähnlich einzeln in der Serienhandlung steht und ähnlich gründlich abgerundet wie die »Verkehrte Welt« von Verena Themsen und Andreas Eschbach, die dann zügig überarbeitet und als Taschenbuch herausgebracht wurde, um weitere Leserkreise anzusprechen.

Für die Perry Rhodan-Serie ist die schnelle Actionhandlung ungewöhnlich blutig. Und Rhodan ist hier ein fähiger, kompetenter Soldat auf, der Entscheidungen zum Wohl des Ganzen treffen kann. Trotzdem bleibt er ein kosmischer Mensch, der sich nicht rächen muss und vertrauen kann, wenn es dazu Anlass gibt. Der Gegner ist bunt und akzentuiert gezeichnet, für seine Feindschaft allen Lebens gegenüber gibt es gute Gründe.

Die in hohem Maße einsträngige Erzählweise beschleunigt den Handlungsfortschritt. Der Preis für dessen Tempo sind fernsehserienähnlich einfache Konfliktlösungen durch technisch nicht nachvollziehbare, zu fast allem fähige Gimmicks, die immer dann nicht funktionieren, wenn eine dramatische Szenen angesagt ist. Das wirkt aber nostalgisch anrührend, so dass man über die eine oder andere allzu einfache Lösung gut hinweglesen kann. Es passiert eh gleich das Nächste.

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