Bemerkungen zu Objursha (DORGON 90) von Nils Hirseland

OBJURSHA ist ein extremer Roman, wohl der grausamste der DORGON-Serie. Beim Überarbeiten addierten sich Nils‘ und mein Interesse an den Charakterzügen der Leute, die Konzentrationslager bauen, betreiben und dulden, die profitieren und wegsehen. Ich finde ihn ganz besonders.

Ich bin die Lektorin seit Band 76 bzw. 78 der Special Edition, in der Nils Hirseland, ich und René Speer die ursprünglichen DORGON-Ausgaben überarbeiten. Viele Autoren und Graphiker haben ihre Spuren und Beiträge eingebracht, so dass es sich lohnt, die ganze Sache wieder frisch und wie neu ans Tageslicht zu bringen.

Wie gebunden ist eine Fanserie? Sie läuft außerhalb das Kommerziellen und das schafft Freiheit. Genau wie die Hauptserie hat DORGON Zyklen, und der aktuelle ist der Quarterium-Zyklus. Die meisten Romane handeln vom Krieg. Kann die Besetzung eines Planeten unblutig erfolgen? Eines der Ziele ist, den Krieg so gemein und grausam darzustellen, wie er ist. Andere Romane sind dann wieder lustig oder enthalten auch mal bisschen Fantasy.

Die Charaktere entstammen teilweise dem Perryversum, teilweise sind sie eingebracht. Die erfundenen sind ein gutes Stück eigenwilliger, dickköpfiger, problematischer als in der Hauptserie. Jede hat ihre ganz eigene Art, und auch die übernommenen Charaktere, wie Roi Danton, benehmen sich extremer. Der Herrscher des Quarteriums, der Emperador Don Philipe Alfonso Jaime de la Siniestro, ist beispielsweise ein ausgesprochen standesbewusster Adeliger, ein spanischer Marqués des 18. Jahrhunderts, der in ein Zeitfeld geriet. Inzwischen besitzt er einen Zellaktivator. Von seinen beiden Töchtern ist Brettany ein richtiger Engel und Stephanie eine satanische Schlampe, der jedes Mittel recht ist. Es gibt Superintelligenzen, DORGON und MODRDOR, die hinter Taten und Untaten stecken, es gibt die Söhne des Chaos und den Silbernen Ritter Cau Thon und es gibt auch Ritter der Tiefe und eine Alyske.

Die Handlung spielt nach der Gründung des Quarteriums im Jahre 1303 NGZ. Das Quarterium unter Emperador de la Siniestro ist ein Viererbund aus Terrablock, Arkonblock, den Pelewon und Moogh sowie den Pariczanern in der Galaxis Cartwheel. Die humanoiden Dorgonen sind Verbündete, ticken aber bisschen anders. Schon ihre Kaiserin Arimad ist eine Kategorie für sich.

Als im Jahre 1305 NGZ eine Invasion in die estartischen Galaxien startet, beginnt ein intergalaktischer Konflikt. Die Saggittonen, die USO und die republikanischen Akonen kommen den Estarten zu Hilfe. Daraufhin erklärt das Quarterium diesen Nationen den Krieg. Das Quarterium unterstützt nicht nur die Dorgonen in den estartischen Galaxien, sondern besiegt in einer umfassenden Offensive auch die Akonen, die USO und die Saggittonen in Cartwheel. Nun weht das Banner des Quarteriums über ganz Cartwheel. Im Schatten dieses Banners geschehen unfassbare, verabscheuungswürdige Verbrechen.

Was die Quarterialen ihren eigenen Bürgen und auch den Dorgonen verheimlichen, ist das Programm zur Artenbestandsregulierung. Denn nicht nur der Emperador überlebte in einem Stasisfeld, sondern auch einige Nazis, die ebenfalls schnell zu Amt und Würden kommen. Durch ihre Mitwirkung entstehen Vernichtungslager, wo es vorher nur rassistisches Gedankengut gab. Das Quarterium strebt die Erneuerung der Menschheit an, beruft sich auf gewisse Werte des Solaren Imperiums, nährt sich von der Überheblichkeit der Arkoniden … und arbeitet am gezielten Auslöschen alles nichthumanoiden Lebens.

Eine Stätte dieser Gräueltaten ist der Planet OBJURSHA. Dort baut man ein riesiges Konzentrationslager, in dem sich unter anderem auch Perry Rhodans Freund Joaquin Cascal befindet, der versucht, nicht nur selbst zu fliehen, sondern auch alle anderen zu befreien. Seine Freunde sind ein Jülziish und ein Gurrad.

Eine andere Gefangene ist Myrielle Gatto, eine Frau voll widerstreitender Gefühle, die als kleine Tippse nach Cartwheel kam, ein bisschen aufstieg und sich durch ihre Schnüffelei selbst alles verdarb: Sie fand heraus, was die „Artenstandsregulierung“ bedeutet, konnte nicht die Klappe halten und sitzt nun selber im Transport zum Todeslager. Die Liebe des Silbernen Ritter, eines der mächtigsten Männer des Quarteriums, hilft ihr da nicht, denn er weiß nicht, dass sie noch lebt. Wohl aber ihr anderes Ich, die katzenhafte Mutantin Parder.

OBJURSHA ist ein Roman von Nils Hirseland. Beide interessieren wir uns -für die Charakterzüge von Leute, die Konzentrationslager bauen, betreiben und dulden, die profitieren und wegsehen. Deshalb finde ich diesen grausamsten aller DORGON-Romane ganz besonders.

Kostenlos herunterladen in mehreren digitalen Formaten kann man ihn auf der DORGON-Seite:

http://www.dorgon.net/quarterium/heft-090/.

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