Michelle Stern – Im Herzen der Macht (PR 2891)

Das Herz der Macht ist die Zentralwelt der Gyanli. Dorthin werden die Entführten gebracht und sollen indoktriniert werden. Auf dem Weg bietet der Bordcomputer der »Fähre der Eonatores« Farye die Adoption an. Sie beginnt, die Gruppe zu führen und muss sich behaupten.

Der Roman ist der mittlere einer Dreiergruppe um Farye Sepheroas Erlebnisse nach ihrer Entführung. Sie schließt sich an die »Tschubai-Chroniken« an. Wir erinnern uns: Die Gyanli hatten die RAS TSCHUBAI zeitweise unter Kontrolle, doch bei der erfolgreichen Rückeroberung gewann die Maschinistin Pushaitis die Oberhand, weil Gucky, Farye und 30 weitere Besatzungsmitglieder an Bord des Gitterschiffes der Eonatores gefangen waren. Rhodan gewährte ihr den unbehelligten Abflug. Die Geiseln saßen im »Kerker des Maschinisten« (PR 2889) gefangen, im Katoraum, einem gewölbeartigen Riesenkeller unterhalb des Raum-Zeit-Gefüges, in dem sprechende Maschinen ihr von Wartung und Routinen erfülltes Leben führten. Gucky konnte fliehen.

190 Romane nach ihrer Einführung bekommt Perry Rhodans Enkelin Farye Sepheroa endlich einen eigenen Charakter. Sie ist motzig und unabhängig. Durch die Entführung kommt sie in eine Situation, in der sie mit völlig Unbekanntem konfrontiert wird und sich darin behaupten muss. Michelle Stern hat sich mit ihrer Persönlichkeit viel Mühe gegeben. Farye entwickelt sich Stufe um Stufe. Sie durchläuft Beziehungen: Die Verschmelzung mit dem Raumschiff, die Beziehung mit Shaker Garofalo, die Führung der Gruppe. Schritt für Schritt wird sie selbstständiger. Das ist das eigentliche Anliegen dieses Romans. Die Meeresboden-Welt im Raumschiff ist farbenprächtig, ebenso wie die Stadt der Gyanli und ihr Mond. Was wiederum schwächelt, ist das Strategische: Wieso die die deutlich manipulierten Gruppenmitglieder Farye nicht an die Gyanli verraten, bleibt rätselhaft.

DIE HANDLUNG:

Dieser Roman in einer fruchtwasserähnlichen, rotgoldenen Flüssigkeit, die süß schmeckt und das gesamte Gitterschiff der Eonatores füllt, ihrer »Lebensfähre«. Farye wacht auf, glaubt zu ersticken, doch dann bemerkt sie, dass sie Kiemen hat und atmen kann. In der farbenprächtigen Unterwasserwelt des Raumschiffes nähert sich ein interesssantes, wie durchscheinende und durchlöcherte Schleier wirkendes, zwei Meter großes Wesen, das sie als »Eins-Farye« begrüßt. Er ist der neunte Kursdenkende an Bord.

Die Eonatores haben Farye aus dem Katoraum geholt und ihr ein Morphorgan eingepflanzt., damit sie in der nahrhaften Torana-Flüssigkeit überleben kann. Darüber hinaus fühlt Farye eine mentale Präsenz. Es ist die Entsprechung zu einem Bordcomputer, nämlich das Neuronium. Es steuert das Schiff, alle sind telepathisch mit ihm verbunden. Das Neuronium hat Faryes Begabung zur Pilotin erkannt und möchte sie als »Kursdenkende« adoptieren: Sie sei ein Gewinn für das Schiff und für das Operandum. Alle Tätigkeiten der Herrscher Orpleyds laufen auf das Operandum zu, doch was es ist, weiß in der Regel keiner.

Das Neuronium erzählt Farye, dass sie und die anderen nichts als eine Ladung sind, welche die Lebensfähre übernommen hat, um sie ins Trallyomsystem zu bringen. Dies ist das Zentrum gyaner Herrschaft. Die Fähre soll sie auf Gyan selbst oder der Bannwelt Goath absetzen, von der es heißt, dass die Gyanli vor undenklichen Zeiten ihre Götter dorhin verbannt haben. Nachdem sie darauf bestand, werden die anderen Gefangenen aus dem Katoraum geholt, Die Eonatores bieten das Einsetzen von Kiemen an, doch Farye lehnt diesen Eingriff ab wegen ihrer Persönlichkeitrechte. Die Eonatores legen für sie einen Bereich der Fähre trocken.

Die Besatzungsmitglieder sind psychisch auffällig labil; nicht so, wie man es sich von den Mitgliedern einer Elitemannschaft vorstellt, denn die Gyanli haben bewusst solche Leute ausgewählt. Der hitzköpfige Waffenanalytiker Rogelio Ma verdächtigt Farye, sie sei eine Kollaborateurin. Der Xenolinguist Shaker Garofalo verrteidigt sie. Er hält sich oft in Faryes Nähe auf. Sie mag ihn auch. Farye wünscht ihn als Begleiter beim Treffen mit dem Neuronium: Er wird zu ihr ins Relaitron gebracht. Von dort aus kann sie die mentale Verbindung mit der Fähre ausprobieren. Farye wird eins mit dem Schiff, fühlt und schmeckt die Planeten, weiß anstrengungslos Namen und Daten. Das Neuronium dient ihr als Anker. Allerdings kann es ihre Gedanken lesen, auch die Gedanken an Flucht. In der gebärmutterähnlichen Situation an Bord ist es die bedrückende Übermutter.

Farye, die Enkelin aus einer flüchtigen Afffäre zwischen Perry Rhodan und einer Vortex-Pilotin, hat beider Fähigkeiten geerbt. Das Neuronium ermutigt sie: Sie könne bereits ein kleineres Schiff der Eonatores steuern, wie sie auf den Planeten des Trallyom-Systems stehen. Farye behält ihre Hintergedanken, macht aber mit und bemerkt Verwerfungen der Raumzeit.

Nun beginnt der Aufenthalt in der Stadt der Gyanli. Die Gefangenen werden überfreundlich begrüßt. Kontakt-Operator Thamogand teilt sie in Gruppen auf und weist ihnen komfortable Quartiere in der Trabantenstadt Syuqinin zu. Die Gyanli, erklärt man ihnen, seien keine Unterdrücker. Im Gegenteil: Sie seien Verteidiger gegen die sogenannten Antennen Cadabbs. Cadabb ist ein Chaotarch ist, der Orpleyd in eine lebensfeindliche Materiesenke verwandeln will.

Thamogand zeigt den Neuankömmlingen die Hauptstadt Syuthud und erklärt, auf dem Mond Woy residiere der Kriegsoperator „unter dem Spiegel“. Bei Mondaufgang sieht man, warum das so heißt: Auf dem Mond wird ein Feld projiziert, in dem sich der Planet spiegelt. Abgrenzungen erinnern an die chinesische Mauer. Die Entführten verhalten sich immer gelöster und fröhlicher, sie beginnen, den Gyanli zu trauen – außer Farye, Shaker Garofalo und Certic Janes. Mit sich und der Welt zufrieden, verbringen sie einen schönen Abend, sie dürfen sich frei bewegen. Farye findet Garofalo süß und schläft mit ihm. Am nächsten Tag wollte man nach einem Fluchtfahrzeug suchen, doch die Gruppenmitglieder verlieren einander und Farye vergisst, was sie tun wollte. Certic Janes unternimmt einen Selbstmordversuch, kann aber gerettet werden.

Farye und ihre Gruppenmitglieder haben unabhängig voneinander sehr ähnliche Erlebnisse. Sie begegnen Thamogand und haben verschiedene Visionen, in denen die Menschen zugeben sollen, Antennen Cadabbs zu sein. Sie sollen den Standort ihres Basislagers verraten. Jetzt wird endlich klar, dass sie manipuliert und verhört werden. Noch dazu scheint auf Gyan etwas mit den Naturgesetzen ganz und gar nicht zu stimmen. Die Temperatur schwankt aus unerfindlichen Gründen, aus unterschiedlichen Höhen fallen gelassene Gegenstände treffen gleichzeitig auf dem Boden auf. Garofalo trägt stets einen Spielwürfel bei sich, und der zeigt beim Würfeln immer dieselbe Abfolge von Zahlen … als ob wirklich alles manipuliert wäre.

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