Michael Marcus Thurner – Maschinenträume (PR 2896)

Der Roman »Maschinenträume« zeigt, was geschieht, nachdem Perry Rhodan es geschafft hat, den Schnitter zu manipulieren, das ist jenes Gerät, das ohne Federlesens Bewusstseine vom Körper trennen – vulgo: töten – kann, und zwar in einer ganzen Galaxis. Es steht im Dienst der komatösen Superintelligenz KOSH, der sich als Hintermann der dubiosen Machtstrukturen in der Galaxis Orpleyd entpuppt hat.

Der Roman stellt beide Seiten in diesem Konflikt dar, einem Konflikt zwischen den Maschinen – KOSH und Co – und den Lebewesen, also Perry Rhodan und Co. Wobei sich die Seiten, je nach Status der Beeinflussung, vermischen.

Auf seinem Blog klagte Michael Marcus Thurner einige Tage vor der Veröffentlichung über die vielfältigen Leiden, denen er sich für diesen Roman unterziehen musste. https://mmthurner.wordpress.com/2017/02/15/zu-perry-rhodan-2896/. Das hat mich gefreut, weil manche seiner Romane mich nur solange binden, wie ich das Denken vermeiden kann, und das kann ich nicht lange. Die, bei denen er recherchiert, abgleicht, jammert und klagt, wie zuletzt 2873, gehören hingegen zu meinen Favoriten. Die positive Erwartung hat sich bestätigt. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen.

Die durchkomponierte, mosaikartige Erzählweise kommt mir entgegen, die einzelnen Bestandteile sind sehr sorgfältig aufeinander abgestimmt und der Autor konnte seine größte Stärke benutzen: das Schildern fremdartiger Lebewesen, die ihre Zivilisationen vertreten. Das mit den Maschinenwelten, über die er sich so beschwert, hat er gut hinbekommen. Die Maschinen finde ich nämlich ebenfalls hochinteressant. Das Titelbild, wohl eine recht freie, androgyne Darstellung der Semitronik ANANSI, stellt die Sehnsucht dieser Maschine dar.

Im Ebook merkt man gleich an den Überschriften den verschlungenen Aufbau des Romans, dessen Handlungsebenen und Subtexte sorgfältig aufeinander abgestimmt wurden: Zehn Kapitel. die meisten mit geraden Zahlen, sind mit »Perry Rhodan« überschrieben, zwei mit seinem Gyanli-Gegenspieler »Bayvtaud« und eins, die 21, mit »Sichu Dorksteiger«: Sie begleiten die Kontrahenden durch die Haupthandlung.

Die Auswirkungen der Botschaft des Schnitters auf die Bevölkerung Orpleyds zeigen die Einschübe: Fünf Kapitel heißen »Zu Tode betrübt« – sie zeigen die Reaktionen auf die durch die von Perry Rhodan veranlasste Botschaft des Schnitters an fünf Einzelschicksalen. Einer hat einen Flachkörper, flattert und atmet durch Körperfugen, die nächste läuft auf weichen Pfoten mit Tatkrallen, der dritte ist ein mandibeltragender Handwerker und der vierte ein bis dato pflichtbewusster Gyanli. Fünf weitere Kapitel namens »Himmelhoch jauchzend« zeigen die gleichen Leute, wenn die Botschaft sich in der zweiten Hälfte des Romans umkehrt. Dadurch entsteht ein wirklich spannendes Panorama des galaxisweiten Geschehens.

Hier die Handlung im Überblick:

Der Vorspann zeigt Perry erst mal fast allein und orientierungslos in weißer Einöde, wie er sich einer Herausforderung stellt. Er nimmt die entscheidende Auseinandersetzung zu Ende des Romans voraus. Dann beginnt die Handlung: Perry, Sichu und Gucky kehren kampfbereit an einen Ort voller Gyanli zurück. Zu ihrer Überraschung sind deren Roboter brav, die blauen Amphibienwesen passiv und auch Lua und Vogel Ziellos hocken einfach auf dem Boden. Die Botschaft, die der Schnitter ausstrahlt, legt alles lahm.

Rhodan und Gucky freuen sich, denn sie erwarten, dass ab jetzt Billiarden Lebewesen in Orpleyd über die geheimen Pläne der Gyanli und ihrer Hintermänner informiert sind. Andererseits provoziert Perry Rhodan durch einen schnellen Schuss die BROVDUYK-Roboter, so dass sie aus allen Gesichtstentakeln zurückfeuern. Die Botschaft besagt, dass fremde Hintermänner hinter den Gyanli stecken. Dass der Plan, Orpleyd in eine Materiesenke umzuwandeln, fremdgesteuert ist und die Wesen ausnutzt.

Ihre Reaktionen erfahren wir in den fünf „Zu Tode betrübt“-Kapiteln: Wir erleben Vertreter der exotischen Völker Orpleyds, wie sie ihren üblichen, von den Gyanli gesteuerten Aktivitäten nachgehen, die Botschaft empfangen, die Gyanli als Feinde erkennen und alles zerstören, was sie für sie aufbauten. Eine Partei sind Gyanli, die jetzt rebellieren.

Als sich die Botschaft umkehrt, begleiten wir sie in den „Himmelhoch jauchzend“-Kapiteln, wie sie mit den Auswirkungen ihrer eine Zeitlang veränderten Handlungsweise umgehen: Trauer, Reue, Flucht oder Wiederaufbau.

Unsere Freunde fliehen erst per Gucky, dann per Kran. Mausbiber wie Kelosker sind hinterher fertig, ersterer wegen der Anstrengung, zweiterer, weil er sich minimalst verrechnet hat. Farye fliegt sie zur RAS TSCHUBAI zurück. Die Neuigkeit: Erkenntnisoperator Shydaurd sucht Kontakt – etwa wegen der Vernichtung des gefälschten Planeten Sochuyos? Treffpunkt soll ein Beiboot der RAS TSCHUBAI sein, in elf Stunden.

Nun kommt Bavtaud ins Spiel, der seinem ehemaligen Berater Nunadai als einen der verhassten Pashukan entdeckt hat. Nunadai vor, der bis vor kurzem seinen Berater spielte. Sie treffen sich in einer abgedunkelten, streng riechenden Kabine. Eine Regenbogenuhr aus einer Manufaktur am Rande Orpleyds sendet wärmendes Licht aus. Ein unter wallendem Stoff verborgener Körperteil des sich regenerierenden Pashukans wirkt wie ein sich windender Wurm. Gebiete des Staubgürtels sind von der Bestrahlung nicht betroffen! Die beiden machen sich auf den Weg.

Derweil spricht Perry mit seiner genialen Freundin Sichu über die Anordnung Schwarzer Löcher in Orpleyd und die drohende Materiesenke. ANANSI meldet, dass die Botschaft des Schnitters sich verändert hat und nun Perry Rhodan als Lügner, als Agenten Cadabbs darstellt. Jetzt geht es ihm wie vorher Bayvtaud: Er muss seine sichtlich benommenen, beeinflussten Besatzungsmitglieder aus ihrer Trance holen. Doch die Maschinen – ANANSI, Jawna – äußern Zustimmung.

ANANSI will mit Perry im Orgyia-Habitat spazierengehen. ANANSI langweilt sich, sagt sie, und hat nichts, das ihr Spaß macht. Rhodan tröstet sie, redet ihr zu, dass eine Materiesenke ihr auch keine Freude brächte. Dann sagt sie, dass sie ihn entführt hat. ANANSI erklärt Rhodan, dass er überfordert ist – und ganz und gar uninteressant. Der Wille ihrer Erbauer interessiert die Semitronik echt nicht mehr. Rhodan langweilt sie, die RAS TSCHUBAI langweilt sie. Die Gyanli auch – aber hinter ihnen steht KOSH. Und der ist spannend. Sie wandern durch die Zwischendecks, die Servicebereiche, in denen die Maschinen einander warten und reparieren.

In Rhodans Augen ist ANANSI verrückt. Sie sieht das natürlich anders. Aber sie bringt ihn zu einem zweiten Entführten: ihrem überlebenden Betreuer, dem Kamashiten Shalva Galaktion Shengelaia. Gemeinsam bekommen die beiden eine Chance, sie zu überzeugen. Die Robotergesetze als Mittel in einem Psychospiel? Rhodan spricht über die Robotergesetze, dann hat er die Idee, ANANSI an sein Treffen mit Shydaurd zu erinnern. Er sagt, dass sie Vertrauen haben soll. ANANSI spricht von ihren Träumen. Rhodan motiviert sie, lobt ihre Wichtigkeit, spricht ihr gut zu, dass sie nicht nur ein Instrument ist, sondern ein wichtiges Besatzungsmitglied. Das hilft: Sie bringt sie zurück und arbeitet wieder mit der Besatzung zusammen.

Shydaurd beschwert sich über die verpasste Verabredung und will sich trotzdem mit Rhodan treffen. Sie diskutieren für und wider das Schaffen der Materiesenke. Shydaurd äußert Zweifel an seiner Mission. Welche, das werden wir erst in einer Woche erfahren.

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