Katzengedichte

Also, es gibt dieses wunderschöne Katzengedicht von Baudelaire, „Le Chat“ oder „Die Katze“. Das kann ich das nur empfehlen.

Aber meins ist über meine eigene wilde zahme Katze!

Millli 2

Wie die Gedanken kreisen rund ums Haus, gibt jene wilde Katze vor der Haustür Acht.

Im Sonnenlicht mit nächt’gen Augen wacht sie pelzig schön sogar über die Maus.

Milli 10

Die Stimme war mal leise, als sie kam, dünn, hungrig, voll von Misstraun, nicht zu fassen.

Inzwischen weckt sie maunzend, prüft, ob „Dosi“ gut genug, ihr ins Menü  zu passen. 

Milli 7

Das Tigerfell in braun und schwarz und rot, Sohlen in Schwarz getaucht,

der Pelz, flauschig und dicht, gründliche Pflege feiner Zunge braucht.

Milli 14

Da hinterm Ohr sitzt was, das von der Nacht geblieben.

Zur Tageszeit sind Schatten sacht gebannt, die dunkleren vertrieben.

Milli 6

Im eignen Pelz vermummelt,  puschlig und wohlzufrieden

kommt schnurrend selbst zur Ruh, was unruhig streift hinieden.

Milli 1

Und geht die Wand’rung weiter, leuchten die Pupillen,

zeigen den Menschen Gunst, Aufbruch und sanften Willen.

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4 Comments

    1. Nun, als sie auftauchte, war sie richtig dünn und wollte zwar um die Beine streichen, aber für jedes Streicheln gab es einen Kratzer. Spielen war nicht im Programm: Raschelte man mit einem Zweig oder zog einen Wollfaden, begutachtete sie das kurz und schaute dann dem Gegenstand entlang bis zur Hand. Damit war Schluss.
      Nach etwa vier Monaten wurde ihr dann sichtlich peinlich, wenn sie einen beim Kratzen nach dem Streicheln erwischte, und sie hat halt wirklich rasiermesserscharfe Krallen. Das hat sie jetzt völlig unter Kontrolle.
      Sie läuft jetzt auch mal innen durchs Haus von der Haustür zur Terassentür und hat sich – das ist das Neueste! schon zum zweiten Mal im Garten auf meinem Schoß gelegt. Dafür gibt es dann aber wieder den Prankenhieb mit Rasiermesser, sobald die Gier nach Unterwärme abgeflaut ist.
      Aber sie hat jetzt Ansprüche, empfindet unser Grundstück samt Inhalt als persönlichen Besitz und kann richtig genießen.

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        1. Die denkt auch anders als eine im Haus lebende Katze. Immer ein Stück drumrum, immer alles im Blick und irre schnelle Reaktionen.
          Wie sie damals ihre Kätzchen geschult hat, das war derart strukturiert, dass sie mit jeder Helikoptormutter konkurrieren könnte – aber immer drauf zugeschnitten, dass die Kleinen einen Schritt weitermachen. Wochenlang kaum gegessen vor Aufpassen.

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