Lehrerfreunde und Enpunkte

An Punkten gibt es Dreh- und Angelpunkte, Fixpunkte, mal zu machende Punkte, Wendepunkte, Haltepunkte und unter ihnen entscheidende und unterstützende Punkte, so wie es der einzige Enpunkt im letzten halben Jahr für vieles in meinem Unterricht war.

Insofern ist Klaus N. Frick ein lehrerfreundlicher Enpunkt, wovon wir wohl beide profitierten, da er nun weiß, was ein Picaroroman ist und ich mit seinen Texten angenehme Unterrichtsstunden verbrachte. Darüber hinaus entwickelte ich eine andere, ergiebige Unterrichtsform – mehr dazu später. Den offiziellen Status quo nachlesen kann man hier: http://enpunkt.blogspot.de/2016/07/der-lehrerfreund-und-ich.html. Ein früherer Status quo war dieser hier: http://enpunkt.blogspot.de/2016/04/grimmelshausen-und-ich.html.

Die Neuerung, der Experimentalbereich – im Unterschied zu mir bewegen sich Enpunkte nicht ständig in Bereichen, in denen man echt alles Mögliche erlebt, aber unter Datenschutz, so dass Leute wie ich kaum Szenen, Gespräche und Erlebnisse aus unserem Alltag schildern können. Deshalb könnte ich seine Art Blog per se nicht machen. Aber mit meinen Schülern habe ich Blogwände gemacht und ihnen seine spezifische Blogform als schnelle und flexible Aufsatzform beigebracht, mit Variationen. Die Ergebnisse sind toll. Nichts davon kann ich hier zeigen. Datenschutz. Ich versuche ein allgemeines Unterrichtsmodell dafür zu schreiben.

Der Enpunkt ist ein Veilchen unter den Punkten: Vor lauter Perry-Rhodan-Autoren dauerte es eine Weile, bis ich ihn bemerkte. Wie diese vielen kleinen Werbetexte und Bekanntmachungen eigentlich geschrieben sind, die so belanglos und effizient daherkommen, bemerkte ich lange nicht, hielt die geglättete Oberfläche für oberflächlich. Als ich die Machart und variierende Tiefe bemerkte, wurden sie für mich spannender als die Serie. Mit der EA bin ich unglaublich im Rückstand. Ich lese lieber die Ankündigungen.

Ein weglassender Punkt ist er auch. Auch hier brauchte ich Zeit, bis ich das System seiner Kurzantworten durchschaute. Dann begann ich ebenfalls, auf das Wichtige zu gehen statt mich ablenken zu lassen. Das entlastet ungemein.

Darüber hinaus ist er ein aufheiternder und lehrreicher Enpunkt. Im Lauf dieses halben Jahres wurde mir klar, dass ich nicht unter der Menge der Korrekturen leide, sondern unter dem schlechten Stil vieler Aufsätze. Fürs Lernen von Stil ist er sehr ergiebig. Er hat ja selbst eine Neigung zur Didaktik.

So lässt der Abspann dieses Schuljahres mich mit vielen neuen Impulsen zurück, neuen Ideen und mehr Heiterkeit, als ich von Natur aus habe. Ich kann jetzt einfach mal gehen, wenn ich nicht mag. Das ergibt sich aus der Art, über sich selbst zu schreiben.

Und ich weiß viel mehr über Punkt ohne t, habe mich mit Punkmusik angefreundet (bei der kann man sich wirklich gut konzentrieren), lese immer noch in seinem „Peter Pank – Chaos en Avignon“ rum (der Roman ist viel zu schön, als dass man die Notwendigkeit hätte, damit fertig zu werden) und freue mich so richtig auf sein im September erscheinendes „Für immer Punk?: Eine Kurzgeschichten-Sammlung“

Wenn ich irgendwas von ihm gelernt habe in dieser Zeit, dann sicherlich, aufs Notwendige zu reduzieren und einfach mal mit dem Schwätzen aufzuhören. Und dass das Menschliche wichtiger ist als die Meinung. Und dass alles nicht so schlimm ist. Und dass ich selbst doch noch da bin nach all den Jahren Erwachsenenleben. Was ich daraus mache, das ist ein anderer Lebensabschnitt. 

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