Johannes Reuchlin – Die Dunkelmännerfehde

 

In der späten Renaissance herrschte Kaiser Maximilian, der eigentlich zu Toleranz neigte. Die Schwester jedoch stand den Dominikanern nah. Sie wollte die heiligen Schriften der Juden verbrannt sehen. Es fand sich der zum Christentum konvertierte Jude Pfefferkorn, der als vorgeblicher Insider über jüdische Geheimverschwörungen schrieb.

Pfefferkorn diente als Galionsfigur der judenfeindlichen Aktion. Der Kaiser gab nach, ließ die Schriften schon mal einsammeln, auf Proteste hin wieder ausgeben und beauftragte die Gelehrten seines Reiches, ihm Gutachten zu schreiben. Alle unterstützten die Vernichtungsaktion – bis auf den Humanisten Johannes Reuchlin.

Reuchlin verwendete viele Beispiele aus der vom Kaiser geliebten Jagd, um zu erklären, dass die Christen nur frisch und wach bleiben würden, wenn sie in den jüdischen Gelehrten eine fähige Konkurrenz hätten. Die Vernichtung ihrer Schriften würde auch dem Christentum schaden. Der Kaiser griff den Gedanken auf und blies die Aktion ab.

Nun ließen die Dominikaner die Schlappe nicht auf sich beruhen. Sie kämpften weiter.  Da erschien 1515, ohne Nennung von Autor und Druckort, ein in schrecklichem Küchenlatein verfasstes Buch: Die Dunkelmännerbriefe, die „Epistolae Obscurorum Virorum“.

Die Kleriker waren entsetzt, denn hier schrieben Geistliche einander peinlich private Offenbarungen ihrer Dummheit und ihrer Unsittlichkeit. Bezeichnenderweise dauerte es einige Zeit, bis man erkannte, dass das Buch nicht aus den eigenen Reihen kam, sondern vom Feind: Die Humanisten hatten eine Satire unters Volk gebracht, die den Klerus bloßstellte.

Nun war der Aufschrei groß. Im Rahmen des Konfliktes wurde die Kirchenzensur nachhaltig unterlaufen. Die untersuchte Geschichte endet mit einem Ausblick in die entstellte und instrumentalisierte Rezeption des Konflikts und des Humanisten Ulrich von Hutten im Dritten Reich.

In einem interdisziplinären Hauptseminar bearbeiteten wir 1991/ 1992 die Problematik des Antisemitismus von mehreren Seiten. Die Note war eine Eins, insofern muss der Inhalt einigermaßen hinhauen. Ich widme die Veröffentlichung hier dem Licht der Wahrheit in finsteren Zeiten.

Hier die Datei als .pdf:

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Das waren noch selige Studentenzeiten, als man die Seitennummerierung vor der Abgabe per Hand ergänzte, weil die Sekretärin das gesagt hatte!

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