Frühjahrskonzert des ASG, 2016

Wer die Konzerte des Albert-Schweizer-Gymnasiums in Kaiserslautern nicht kennt, stellt sich unter Schulkonzerten etwas anderes vor. Etwas Kleineres. Es ist eine Schulveranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes: so ziemlich alle sind da. Die Schüler, die in der heißen Probephase mitmachen, verpassen wenig Unterricht. Die Qualität ist enorm hoch und entwickelt sich ständig. Ich kam damals anno dazumal zur Schule, weil ich den Direktor, Herrn Laveuve, als Prüfungsvorsitzenden für die externe Abiturprüfung an der Waldorfschule bekam und zur Vorbesprechung hinfuhr. Sie gefiel mir und unsere Älteste kam dort in die Fünfte. Das ist schon paar Jahre her. Heute schloss sich der Kreis, weil wir beim Verlassen der Veranstaltung zufällig zur gleichen Zeit den gleichen Weg hatten.

Ach was, Verlassen. Beginnen wir mit der Ankunft. Das Wetter war klasse – hell genug, die Fassade der Fruchthalle zu knipsen. Die Treppen hoch und durch den Vorraum mit der Theke für die Bewirtung vorbei in die eigentliche Halle, die viel Kaiserslauterer Geschichte gesehen hat. Wegen der schönen Sonne draußen kam ich gerade noch pünktlich, das Vororchester saß schon. Ich schlängelte mich auf meinen Platz und das Konzert begann. Auf ein freundliches, angenehm kurzes Grußwort der jetzigen Direktorin, Frau Wentzel-Staudt, folgte das Vororchester. Das sind Fünft-, Sechst- und Siebtklässler, die erst mal formvollendet aufstanden und nach kurzem Einstimmen die Overtüre zum „Barbier von Sevilla“ von Rossini spielten und „The Pink Panther“ von Henry Mancini. Herr Laveuve bemerkte, während wir am Pfalztheater vorbeigingen, wie viele jetzt dabei seien und wir lobten den Führungsstil von Herrn Pardall, dem Orchesterleiter. Der kann mit den Kindern einfach gut umgehen und sie spielen unheimlich gut dabei. Er ist mein klarer Favorit unter den Musiklehrern, weil er sich kümmert und wirklich Kontakt zu den Kurzen hat.

Vororchester Mai 2016

Die Big Band mit Harry Geib war richtig toll, aber es ist nicht meine Art Musik. Also holte ich mir also einen Kaffee und setzte mich beim Zurückkommen auf einen anderen Platz am Rand. Es war heiß. Und die Randposition war genau richtig, um das alles mal von außen zu sehen. So viele Jahre Schullaufführungen und Co. Filmriss, Abstand: Warum ist man hier? Diese Gewohnheit, im Rhythmus des Schuljahres Vorführungen verschiedenster Art zu sehen … plötzlich höre ich die Veranstaltung ohne die automatisierte Beteiligung des professionellen Muttertiers. Das ASG führt die Konzerte seit einigen Jahren immer doppelt auf wegen der vielen Eltern und Ehemaligen, die Karten kaufen wollen. Wenn meine Kinder aus der Schule wären, würden wir hingehen?

Der Unterstufenchor betrat den Innenraum der Fruchthalle durch die reguläre Eingangstür, so dass die Kinder winkend den Mittelgang entlang kommen und dann vor der Bühne recht und links abbiegen, um durch die Seitentüren die Bühne zu betreten. Sie waren in Dirndl und Karohemden gekleidet und sangen eine Suite aus „Die Schöne und das Biest“, ebenfalls richtig gut. Dann war Pause und manch ein Fünft- und Sechstklässler hatte Durst und Hunger. Meine jedenfalls.

Danach kam das Große Orchester. Das Orchester wird größer, die Kinder werden größer … eben hatte es auch eine Kooperation der Schule mit dem Pfalztheater gegeben, so dass viele der Kinder dort bei der Oper „Flüchtling“ mitgespielt hatten. Die spielten den „Furientanz“ aus „Orpheus und Eurydike“ von Gluck und aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 1, op 46 „Morgenstimmung“, „Ȧses Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“. Woran man dann wirklich merkt, wie die Kinder größer werden.

Im Kammerchor habe ich kein Kind. Ich höre sie trotzdem gern. Die haben richtig ausgebildete Stimmen und singen unheimlich gut. Mit dem Großen Chor der 7. bis 12. Klasse kamen dann wieder sehr viele Schüler auf die Bühne, Kammerchor und die Combo kamen dazu und eine Tanzgruppe. Auch Leute vom Pfalztheater, aus der Kooperation. Die sangen, spielten und tanzten dann Lieder wie „The Lady is a Tramp“ oder „New York, New York“. Zum Ende merkt man halt, wie der Einsatz, den alle bringen, die Stimmung prägt: die Kids auf der Bühne stehen, die Lehrer stehen alle da und bekommen Geschenke, das Publikum steht und alle klatschen sehr lange. Das ist schon immer wieder sehr schön. Und danach trifft unsereins beim gewohnten Gang zum McDonalds die Kinder und Eltern, die wir nach den Konzerten immer dort treffen.

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