The Cup – Das Spiel der Götter von Khyentse Norbu

Der Spielfilm „The Cup“, auf Tibetisch „Phörpa“, trägt im Deutschen den Titel „Spiel der Götter – als Buddha den Fußball entdeckte. Er wurde 1999 in Bir, Indien gedreht.

Die Geschichte einer Gruppe jugendlicher Mönche in einem Kloster in Nordindien, die alles tun, um die Fußballweltmeisterschaft 1998 zu sehen, ist lustig. Viele Schauspieler sind Laien, der Regisseur Khyentse Norbu ist selber Mönch und das Verhalten der Leute ist echt. Jedes tibetische Kloster hat Kinder und Teenager unter den Mönchen, die dort erzogen werden und studieren, und sie machen ziemlich viel Unfug.

Die Hauptperson, Orgyen, ist ein Großmaul und gibt den Ton an. In seinem Leben dreht sich alles um Fußball. Er hat sich ein Ronaldo-Trikot geschneidert, dass er unter der Mönchsrobe trägt und bringt seine Freunde auf Abwege. Als sie sich wieder einmal nachts aus dem Kloster schleichen, um bei einem Inder das Fußballspiel zu sehen, werden sie ertappt und bekommen Küchendienst. Nun tut er alles, um für das Endspiel einen Fernseher ins Kloster zu bringen.

Der gefürchtete Disziplinarmönch, der Gekö, sympathisiert heimlich mit der Idee, denn auch er zieht Fußballmagazine unter dem Pult hervor, sobald seine Schüler außer Sichtweite sieht. Kein Grund, die Disziplin schleifen zu lassen. Doch er legt beim Abt ein gutes Wort für die Jungen ein. Er muss ihm erklären, worum es geht: zwei Nationen kämpfen um einen Ball.

Der milde alte Abt, der zustimmt, träumt von nichts als der Rückkehr nach Tibet. Regelmäßig packt er seine Koffer. Derweil treffen immer neue Flüchtlinge ein, diesmal zwei Jungs, Neffe und Onkel, die von einem Schlepper über den Himalaya von Tibet nach Indien gebracht wurden, um in Freiheit leben zu können – ein Schicksal, das jedes Jahr Tausende teilen. Ausgerechnet von dem heimwehkranken Jungen erbeutet Orgyen das nötige Pfand, um den Fernseher samt Satellitenschüssel holen zu können: die silberne Uhr, das Andenken an seine Mutter. So wird die Jagd nach dem Fernsehgerät zur Suche nach inneren Werten, denn Orgyen hat keinen Spaß mehr am Finale. Sein Problem löst sich erst, als er das letzte Geschenk seiner eigenen Mutter hergeben möchte, um die Uhr auszulösen.

Man kann den Film viele Male gucken, ohne dass er langweilig wird, weil die Personen so lebendig sind und die Konflikte so echt. Die Tibeter spielen sich selbst. Dass es ein Happy End gibt – oder eben kein Ende – ist möglich, weil sie die Freude am Fußball und die buddhistischen Werte zusammenbringen und jeder sich ein bisschen um die anderen kümmert.

Der Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=MJROUW_jWSk

Der Film:

https://www.youtube.com/watch?v=64Z_Fkol7cQ

https://www.youtube.com/watch?v=Cf62kVxwhrE

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