Momos, Tsampa und Tibetischer Tee

Die gemütlichen kleinen Teighüllen mit Hackfleisch drin heißen Momo. Man kann ziemlich viel an Zwiebeln, Knoblauch und Gartenkräutern in die Füllung mischen. Auch Spinatmomos haben wir mal bekommen, von einer älteren tibetischen Hausfrau in Dharamsala. Geht alles. Die Bällchen werden mit bestimmten Handgriffen in Form gebracht, was man in diversen YouTube-Videos sehen kann. Zum Beispiel in „Tibetan Momo“ von MTpuntsog: https://www.youtube.com/watch?v=Y1rOlueaWpo. Der Clip bringt tibetische Musik statt Text, man wird nicht zugequatscht.

Das wichtigste aller tibetischen Gerichte ist TSAMPA. Man braucht Vollkorngetreide, bevorzugt Gerste, und röstet es unter ständigem, aber behutsamem Umrühren in einer fettlosen Pfanne. Wenn es immer mehr knackt, weil die Hüllen aufspringen, ist es fertig. Zum Auskühlen breitest du das heiße Getreide auf einem sauberen Küchentuch aus, das ist wichtig wegen der letzten Flüssigkeitsreste. Wenn die gerösteten Körner gut ausgekühlt sind, jagst du sie durch die Getreidemühle. Zum Verzehr schüttest du erst mal paar Esslöffel in eine Schale, tust bisschen Salz und Butter dazu und vorsichtig immer mehr heißes Wasser (oder Tee). Nach jedem bisschen Wasser rührst du gleich um, und zwar mit der Hand, sonst wird es Suppe – schmeckt auch gut, kann aber nicht so gemütlich geknetet werden. Richtig zubereitetes Tsampa kannst du bequem mit der Hand drücken und formen, es gibt da auch bestimmt Schönheitsvorstellungen. Das ideale Essen zum Mitnehmen, nahrhaft und nimmt wenig Platz weg. Der Knetvorgang ist eine Sache für sich, siehe „Tsampa Marpa“. https://www.youtube.com/watch?v=yB3dwaMblhI. Es schmeckt aber auch, wenn das Kneten nicht so hübsch anzusehen ist wie hier. Irgendwann nachts im Auto auf irgendeiner Landstraße haben wir Tsampa mit Apfelsaft probiert. Geht auch.


Als Getränk passt TIBETISCHER TEE, tib. „pö dja“ (pö = Tibet; dja = Tee), also grober, starker Schwarztee mit Butter und Salz. Vorsicht dabei, denn sogar die Tibeter in Indien trinken das nicht so oft, da die Nieren es bei mehr Wärme als im Himalaya nicht so wirklich vertragen. Es ist ein Getränk für extrem kaltes Klima. Das mit der ranzigen Butter ist ein echtes Gerücht, jeder mag frische Butter lieber. Das originale Procedere sieht man hier: https://www.youtube.com/watch?v=U6qRMhLeHvA.

Sehr gut geht auch der INDISCHER TSCHAI (= Tee, gleiches Wort). Wichtig ist, richtig starken Tee zu nehmen. Der Trick ist das Aufkochen. Du kochst Wasser, tust starken, groben Tütchentee rein (keinen Darjeeling, passt gar nicht), kochst das paar Minuten und fügst dann Milch hinzu, die du auch kurz aufkochen lässt. Hinzufügen kannst du so ziemlich alles: Zucker, Zimt, Vanillinzucker, Gewürze und so weiter. Durch das Aufkochen schmeckt er nicht nur kräftiger, sondern kann auch nicht bitter werden – auch nach Stunden nicht, egal wie stark du ihn gemacht hast.

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