Marc A. Herren – In eine neue Ära (PR 2729)

Als Ruhepunkt innerhalb des rasend schnellen Zylus vom „Atopischen Tribunal“ hatte ich mir damals im Winter 2012 zunächst Leo Lukas’ „Paradieb“ ausgesucht, um mir eine einzelne Geschichte genauer anzuschauen. Denn es veränderte sich alles so schnell, dass ich keinen Überblick mehr hatte. Nun ist der „Paradieb“, wie viele andere Romane von Leo Lukas, ausgesprochen kompliziert zusammengesetzt und voll von außertextuellen Bezügen, weshalb ich immer wieder steckenblieb. Dann erschien „In einer neuen Ära“ von Marc A. Herren: Wesentlich ruhiger, geschlossener, beruhigender. Und noch dazu, was Toio Zindher, Gucky und Orest Athapilly betrifft, der Folgeroman. Ihre Geschichte geht weiter, die Charaktere haben sich weiter entwickelt, die Situationen zugespitzt. Deshalb entschloss ich mich zu einer Untersuchung dieser einfacheren Struktur, die ich überblicken konnte, um ein Vergleichsmodell zu haben.

.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Aufbau

III. Informationsvergabe und Textbindung

III.1. Methode der Charakterisierung

III.2. Räume und Wahrnehmungsfelder

III.3. Einsatz von Farben

III.4. Zusätzliche Strategien der Textbindung

III.5. Ergänzung durch den Autor – Fy fan und Bergerac

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse

.

  1. Einleitung

Der Roman „In eine neue Ära“ von Marc A. Herren (MAH), erschienen am 6. Dezember 2013 als Perry-Rhodan-Heft 2729. Er enthält ausgesprochen weit verstreute Handlungsstränge. Es ist der Roman, in dem die Flotte der Ertruser, der LFT und der USO von den Onryonen geschlagen wird, welche auf Ertrus eine Ordische Stele errichten wollen. Dabei wird das Flaggschiff TRAJAN vernichtet. 23.000 Arkoniden erhalten die Erlaubnis, auf Terra die Kolonie Neu-Atlantis zu gründen. Vetris Molaut erhält einen Zellaktivator. Homer G.Adams trifft sich mit Cai Cheung, um ihre Zustimmung für ein von Viccor Bugghassidow finanziertes Projekt zu erhalten: den Bau eines geheimen Fernraumschiffs, versteckt innerhalb der Baustelle von Neo-Ganymed, das nicht auf den angreifbar gewordenen Linearraum angewiesen ist. Sichu Dorksteiger und Jawna Togoya werden beteiligt sein. Außerdem suchen Anna Patoma, Gucky und die kooperativ gewordene Toio Zindher nach Perry Rhodan und Bostich, die vom Tribunal verurteilt und verschleppt wurden. Dabei finden sie eine hinter einer Art Hyperenergie versteckte Basis des Atopischen Tribunals voll von Onryonenraumern und müssen fliehen. Diese Vielfalt an nebeneinanderliegenden Handlungsfäden wurde zu einer Struktur verbunden, die ich hier untersuchen möchte.

II. Aufbau

Die Schnitttechnik ist übersichtlicher als die von Leo Lukas: Jedes der lediglich mit dem Datum beschrifteten Kapitel umfasst nur wenige Abschnitte, wo Lukas schnell auf sechs oder acht kommt. Die Abschnitte sind länger und ihre Verknüpfung erfolgt nicht durch ein vom Autor gesetztes Unterthema, sondern durch die mit ihren Aktionen in Wechselwirkung tretende Innenwelt der Protagonisten und unauffällige Subtexte. Häufige Perspektivenwechsel ergänzen einander, Wiederholungen akzentuieren das Geschehen. Die ausführlichen Rückblicke erleichtern die Orientierung und wurden durchgehend ins Geschehen eingebaut.

Die Kapitel sind acht an der Zahl, nicht fünf wie im klassischen Drama – aufgrund von Herrens ausgiebiger Beschäftigung mit dem Mahnenden Schauspiel suche ich bei ihm aber natürlich sofort nach entsprechenden Regelmäßigkeiten und werde fündig. Das beginnt mit der Handhabung von Prolog und Epilog, die, verglichen mit 2721, ebenfalls geteilt sind, aber in je zwei Abschnitte mit übersichtlichem Handlungsbezug.

Die folgenden drei Kapitel stellen Planungen dar und das Zusammentreffen der handelnden Personen. Nur durch die Überschriften wird vermittelt, dass innerhalb der Fiktion zwei Wochen vergehen. Im vierten Kapitel kommt der Höhepunkt, in den drei folgenden geht viel kaputt. Das achte, beschriftet mit einem Zeitraum von etwa acht Wochen, erfüllt trotz seines Handlungsreichtums als Nachtrag zum Aufstand der Ertruser in gewisser Weise die Funktion eines Epilogs, dem der echte Epilog folgt, da er die neue Weltordnung nach der Katastrophe andeutet. Reflektorfigur des Epilogs ist Gucky, der die Ereignisse des Romans Revue passieren lässt, um dann mit Neu-Atlantis einen Ausblick in die Zukunft zu geben.

Der Prolog fokussiert auf der erst schlafenden, dann wachen Toio Zindher. Ihr Traum besteht aus einer Herren’schen Version der Ereignisse um Tekeners Tod in PR 2722, der für Toio hinter ihrem Ziel, Bostich, und dem Tod ihres Teampartners Trelast-Pevor zurücktritt. Als Toio aufwacht, folgt nach einer kurzen Orientierungsphase die Begegnung mit Gucky, in der die laufende Suche nach Rhodan und Bostich, Guckys neue Fähigkeiten und Toios Rolle darin explizit thematisiert werden. Genau diese Themen stellen den entsprechenden Handlungsstrang des Romans, der die Kapitel I, IV, VII und den Epilog ausfüllt.

Wir wollen uns die im Überblick genannten Abschnitte noch einmal genauer ansehen: Im ersten Kapitel treffen Toio Zindher, Anna Patoman, Gucky und Orest Athapilly aufeinander. Begebenheiten aus der Vergangenheit verknüpfen sich mit den aktuellen Geschehnissen. Im zweiten Kapitel beginnen der zweite und der dritte große Handlungsstrang: Wir erhalten über Cai Cheung und Arun Joshannan Rückblick auf wie auch Überblick über die politische Situation in der Galaxis und erfahren vom geplanten Aufstand der Ertruser. Im dritten Kapitel schaut sich Cai Cheung die Neo-Ganymed-Baustelle an, der eventuelle Einbau von ZEUT-Trümmern kommt zur Sprache – Relikte einer sehr alten, spannend werdenden Vergangenheit. Dem folgt ein durch die Innenillustration herausgehobenes Gespräch mit dem uralten Homer G. Adams, mit dem sie den Bau eines neuen, geheimen Schiffs bespricht, das eventuell in eben jener Baustelle versteckt mitgebaut werden könnte. Hier kommt Viccor Bughassidow ins Spiel, der finanziert, aber auf Mitsprache verzichtet.

Im vierten Kapitel kommt ein Höhepunkt – die Verleihung des Zellaktivators an Vetris-Molaut. Der Leser verfolgt sie zusammen mit Gucky und Toio, die sie kontrovers bewerten. Gucky hebt Perry Rhodans Vision hervor, mit der er die Menschheit aus den Niederungen ihrer zerstrittenen Machtblöcke rettete, den Atomkrieg verhinderte und den Weg zu den Sternen eröffnete, was Toio als „Anachronismus“ (S.31) abtut, denn sie sieht Molaut als den idealen starken Mann der Milchstraße. Dieses Kapitel steht weit über dem Handlungsverlauf der umgebenden Kapitel, weil die beiden grundlegende Argumente bringen, die über den unmittelbaren Handlungsverlauf hinaus den Wertekanon der Serie an sich thematisieren. Gucky betont, Rhodan sei „kein Heiliger“, aber er „vermittelte den Menschen seine eigene Vision von den Sternen“, habe den Frieden tatkräftig herbeigeführt mit seiner „Vision einer vereinten Menschheit, die Schritt für Schritt zu den Sternen aufbrach, um die Wunder des Universums zu erleben“. Diese Vision habe „die Menschen zusammengebracht. Der gemeinsame Nenner. Sehnsucht. Und der Mut, die phantastischen Träume Wirklichkeit werden zu lassen“ (S.31). Toio hingegen kritisiert Rhodan ironisch als „Übermensch“ und „Heilige(n)“ – sie bezweifelt, dass der Atomkrieg ausgelöst worden wäre. Was beweist, dass der tefrodische Geheimdienst Heft 2 der Serie nicht gelesen hat. Gucky widerlegt diese Falschaussage nicht, aber Toio selbst zweifelt in der Folge ihr Wissen an, um genau die dauerhafte Führung zu problematisieren, zu der ihr Ideal Vetris-Molaut gleich darauf befähigt wird – was Gucky schon weiß, und mit dem er sie konfrontieren möchte, als er daran denkt, die „Bombe platzen“ zu lassen: „Visionäre haben auch immer die dumme Angewohnheit, fremde Visionen bekämpfen zu wollen“, was ihn zum „Anachronismus“ (S. 31) mache, da inzwischen auch andere Terraner Visionen entwickelt hätten.

Gucky verweist auf den Rückzug nach Camelot, Toio kontert mit der dort erfolgten Weiterbewaffnung. Gucky widerspricht ihr mit der Eigenschaft der Zellaktivatoren, die Träger zu verantwortlich handelnden Staatsmännern und Helfern der Entwicklung des großen Ganzen zu machen (vgl. S.31f). Toio erwähnt Tekener, womit Gucky persönlich zornig wird und sich erst wieder unter Kontrolle bringen muss. Dann diskutieren die beiden über Tetris-Molaut und bewerten sowohl das öffentliche Erschießen der Attentäter wie auch den Titel „Maghan“ völlig verschieden.

Die Diskussion bleibt gerade stecken, als Athapilly eintritt, der für gute Laune sorgt und alle von ihren Standpunkten ablenkt. Interessanterweise verwendet Herren hierzu keinen neuen Abschnitt, sondern lässt die Geschehnisse ineinanderlaufen. Vor der Tür, wo Toio sie nicht mehr hört, entlarvt Gucky Athapilly als Emoter, der Gefühle beeinflussen kann, und die beiden diskutieren über die Aussichten, die Gesuchten wiederzufinden. Dies leitet zur nächsten Phase über, traditionell die fallende Handlung vor der Katastrophe.

Das kurze fünfte Kapitel führt den dritten Handlungsstrang weiter, auf den sich auch der Titel bezieht: Der Planung einer neuen Ära durch die Erhebung der Ertruser. Es beginnt mit Lordadmiral Monkey, der TRAJAN und den sich erhebenden Ertrusern, die den von den Onryonen oktryierten Frieden ablehnen. Im zweiten Abschnitt findet sich jedoch ein Einschub: Die unangemeldete Ankunft von 23.000 Arkoniden, die schon auf einer Azoreninsel Land erworben haben und dort siedeln wollen. Ohne weitere Überprüfung stimmt Cheung dem Asylantrag zu. Gleich darauf erfährt sie von ihrem persönlichen Shuttlepiloten aus Kapitel III vom Aufstand der Ertruser, der mit Jubel auf den Straßen Terranias begrüßt wird. Den Regierungspalast erreichen haufenweise Aufforderungen, ebenfalls Schiffe zu entsenden. Der Impetus von Volkes Stimme relativiert sich, als der Shuttlepilot mit „Au Backe“ (S.41) reagiert. Ich kann in diesem Kontext nicht umhin, den akustisch zu Zwecken des Erschreckens der Onryonen eingeblendeten Geysir (vgl. S.40) mit dem berüchtigten „nun Volk steh auf und Sturm brich los“ der Sportpalastrede zu assoziieren. Natürlich nur in dem Ausmaß, als hier emotional gesteuerte Volksbewegungen zum Zuge kommen.

Im sechsten Kapitel schwelgt Gucky in Erinnerungen und philosophiert mit Orest über ihre Erfolgsaussichten, Toio zum Kooperieren zu bewegen. Orest verwendet seine Parafähigkeit, um Toio zu verführen. Als Morgengabe schenkt sie ihm die Information, an welchem Ort sie Rhodan und Bostich sieht. Dieser gibt sie sofort weiter und wirft dann sein Kontaktarmband weg, so dass alles harmonisch scheint: Zwei haben sich gefunden, und die schöne Toio ist auf dem Weg, zur richtigen Seite überzuwechseln.

Im siebten Kapitel kommt es dann auf allen Ebenen zur Katastrophe: Orest konzentriert sich nicht mehr genug und Toio erkennt, dass er sie ausgenutzt hat. Die Ertruser organisieren einen Aufstand, und in der folgenden mörderischen Raumschlacht wird die TRAJAN vernichtet. Die Terraner erkennen, dass sie politisch gar nichts mehr tun können. Im achten Kapitel kommt das Nachspiel: Die Ertruser müssen sich der neuen Ordnung der Onryonen beugen. Und im Epilog geht es um etwas scheinbar völlig Unwichtiges, die Ansiedlung der arkonidischen Exilanten, die jedoch durch die Hoffnung der Leser auf Atlans Rückkehr und die Anbindung an die Machtverschiebung im Arkonsystem wesentlich an Wichtigkeit gewinnt.

III. Informationsvergabe und Textbindung

Der Text enthält viel Informationsvergabe zu den Ereignissen der Vorgängerromane, die aber nie einfach so eingefügt, sondern immer sorgfältig in die Handlung eingebaut sind, indem Gucky oder Arun Joshannan über alles nachdenken. So wie die Bekanntgabe technischer Daten zur GALBRAITH DEIGHTON als Auflistung, die Anna Patoman als Mittel zur Vermeidung eines persönlicheren Gesprächs (vgl. S.12) einsetzt oder die knapp eingestreute Definition von TIPI (vgl. S. 11f) im Kontext persönlicher Vergangenheit. Da der Atopische Zyklus sehr schnell ist, kann es wirklich nicht schaden, mal alles zusammengestellt zu lesen, indem die Protagonisten sich erinnern, darüber nachdenken oder die zukünftigen Schritte planen.

III.1. Methode der Charakterisierung

Was ich an MAHs Darstellungsweise besonders mag, ist sein Umgang mit expliziter und impliziter Charakterisierung, die einander ergänzen, manchmal sogar entlarven, ohne dass die entstehende Diskrepanz allzu eindeutig würde. Und die tatsächlichen Sachverhalte letztendlich in der Schwebe bleiben. Eingebettet in übersichtliche, aufeinander bezogene Strukturen.

Wenn etwa nach dem wichtigen Gespräch über das zukünftige geheime Raumschiff erst das Gespräch „(ab)driftet (S.29) und gleich im nächsten Absatz Adams und Leccore mit knappem Gruß und explizit wortlos aneinander vorbeigehen. Oder wenn Gucky über Orest Athapillys Bemühungen um Toio sagt, er „scheint an ihr persönlich interessiert zu sein“ (S.30), bald aber bedauert, dessen Gedanken nicht klar genug lesen zu können, um die Situation einschätzen zu können. Der Leser teilt Toios Wahrnehmung von Orests Vitalenergien, die nicht lügen können, sieht ihn durch Guckys Augen einen Becher synthetischen „Warabi-Extrakt“ (S.42) trinken, der eine aphrodisierende Wirkung haben soll. Als Gucky andeutet, Orest habe „seinem Besten“, das er tun will, nachgeholfen, denkt man natürlich kurz und beiläufig ans „Dinner for one“. In dem Zitatwitz geht fast unter, dass Gucky erwähnt, alles müsse „wie vorgesehen klappen“ (S.43). Ebenso wie fünf Seiten vorher Guckys Bemerkung, ihm reiße der Geduldsfaden und er werde eventuell keine andere Möglichkeit haben, als Toio Paragabe und Leben zu entreißen, derart existentiell ist, dass sie nicht unbedingt als Aufforderung an Orest verstanden werden muss, dem Ernst der Situation entsprechend zu handeln, weil man eher über den veränderten Gucky nachdenkt. Als Orest sein Weinglas so ungeschickt abstellt, dass es umfällt, kann dies verschiedene Gefühle ausdrücken. Auch als sein Betrug auffliegt, bleibt offen, in welchem Maß er sich trotzdem wirklich für sie interessiert. „Zielpunkt Morpheus-System“ (PR 2638) beginnt mit einer vergleichbaren Szene, zwar ohne Intrige, doch ebenfalls einer dezent dargestellten Liebesszene bei ausgeschalteter Ausschaltung der Überwachung durch die Positronik, und ebenfalls mit einer rothaarigen Frau. Die übrigens, wie Anna Patoman bei Toi Zindhers Ankunft, über inkompetente Männer nachdenkt.

Nachdem in den Romanen vor und zwischen „Paradieb“ und „neuer Ära“ einige recht blutige waren, bei denen eklige Handlungselemente mit bewusst schmutzig gestalteten Personen einher gingen, fällt mir besonders auf, dass keiner dieser beiden Romane das Zwielichtige ins Enge, Schmierige abgleitet. Gut, dass ist sicher auch einer der Gründe, warum ich mir genau diese zur eingegenderen Betrachtung ausgesucht hatte. Ob Athapilly sich für den Mata-Hari-Orden erster Klasse qualifiziert hat oder mit welcher Rechtfertigung Gucky ethische Grenzen überschreitet, indem er bewusst den Tod der Gefangenen in Erwägung zieht, sei dahingestellt, aber die Charaktere werden nicht abgewertet.

Anna Patoman wurde mir hier erstmals richtig sympathisch, weil sie ohne laute Emotionen als warmherziger, temperamentvoller Mensch mit Teetasse beschrieben wird. Hier überzeugt sie, angefangen bei ihrer kompetenten Gesprächsführung mit Toio (vgl. S.11) – bisher war sie mir, wie bei der Auseinandersetzung mit dem arroganten Tefroder in 2700, zu sehr als aufbrausender Trampel erschienen, der vor lauter nicht öffentlichkeitstauglichen Meinungen in jedes offene Messer rennt oder wie bei Uwe Anton, zwar kompetent verhandelt, dann aber unbedingt aufspringen und wütend hin- und herrennen muss. Die allzu auffällige Formulierung wird hier von ihr selbst verwendet, und zwar im Kontext des Märchens von Hänsel und Gretel, dass ihrer Ansicht nach nicht für Kinder geeignet ist, wodurch sich Abstand aufbaut.

So wie die Aufmerksamkeit der Protagonisten von Gegenständen zu Personen wandert, von Erinnerungen in die Gegenwart, so ergänzen sich bei Herren die Stimmungen. Ein besonders schönes Beispiel sei aus 2712 entnommen. Der Roman beginnt mit: „Der Wind wehte müden Regen gegen das Glassit der Panoramascheibe. In lang gezogenen Schlieren rann er herab, bis er vom Reinigungsfeld erfasst und der Wasserversorgung des Solaren Hauses zugeführt wurde.“ Sie beschreiben nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung Cai Cheungs, ich mag die Spiegelung von innerer in äußere Realität, die Herren immer wieder verwendet, ebenso wie das Überblenden von technischen und natürlichen Elementen.

In 2727 nutzt Herren vor allem die Erinnerungen aller und die telepathischen Fähigkeiten zweier Protagonisten, um diese Überblendung zu erzielen. Und zwar nicht nur zur komplexen Darstellung aus mehreren Perspektiven, sondern auch, um Personen und Abschnitte miteinander zu verknüpfen. Eine derart enge Verbindung der Protagonisten untereinander kenne ich eher von Arndt Ellmer, der aber nicht über mehrere Perspektiven arbeitet, sondern über sprachliche Signale wie Wortfelder oder Gleichklang arbeitet und Kreisszenarien aufbaut, innerhalb derer alles aufeinander bezogen ist. MAH arbeitet in diesem Roman neben den Subtexten, zu denen wir noch kommen werden, über Gedanken, Wiederholungen aus anderer Perspektive, Erinnerungen und verhaltene, tief sitzende Gefühle, wie Guckys Hass gegenüber Tekeners Mörderin. Welcher von seinen humanistischen Werten in einer fragilen Schwebe gehalten wird, jedoch in äußerst knapper Darstellungsweise aufscheint wie in jenem kurzen Dialog, als Athapilly ihn in der Gewaltlosigkeit bekräftigen will mit den Worten „Du bist kein kalter Mörder“ und Gucky lakonisch entgegnet: „Ich weiß es nicht“ (S.14).

III.2. Räume und Wahrnehmungsfelder

Außerdem verwendet MAH das Betreten, Verlassen und Abgrenzen von Räumen als Strukturmittel – was in weit ausgeprägterem Maß bei William Voltz zu finden war, der das Erkennen eines Raumes, das Erringen des Zugangs und das eigentliche Betreten in ganz hohem Maß verwendet hat, um seine Abläufe zu gestalten – was vielleicht in wesentlichem Maße die optimistische Grundstimmung seiner Werke beförderte, weil der Leser jedes Malkleine Erfolgserlebnisse hat.

Ein Beispiel für MAHs Vorgehensweise ist Toios Aufwachen: das Wahrnehmen ihres Zustandes, ihre Bestandsaufnahme und ihre Beobachtung, dass sich das Leuchtfeuer eines Aktivatorträgers nähert, der Gucky sein muss. Dann setzt sie sich bewusst in Positur. Gucky, der sie an ein kitschiges Spielzeugtier erinnert, während sie zugleich sein wahres Alter und seine Persönlichkeit wahrnimmt, betritt das Zimmer. Die beiden sprechen über den Status Quo und die Vergangenheit, an die sie sich gerade erinnert hat, und Gucky erklärt ihr genau, was er ihr gegenüber empfindet, welche Gefahr er für sie darstellt, während sie detailliert über ihre Strategien ihm gegenüber nachdenkt. In der Folge entspinnt sich die Handlung, in der es um eben jene Gefahr und Toios Mithilfe geht, durch die sie sich rettet. Gucky reagiert nicht auf Toios Strategien, mit denen sie Menschenmänner fasziniert, und er ist sich dessen bewusst.

Gleich darauf wiederholt sich der Ablauf mit einer anderen weiblichen Hauptperson: Anna Patoman erinnert sich auf dem Weg zum in ihrem Arbeitszimmer wartenden Gucky an ihren Spielzeuggucky, eine Maschine, die die Gedanken eines Kindes treffsicher genug berechnen konnte, um dem Kind Telepathie vorzugaukeln. Ihr Vater hatte sie ihr geschenkt. Sie erwartet eine Enttäuschung, aber Gucky hat wirklich ihre Gedanken gelesen und bringt sie zum Lachen, so dass sich die beiden sofort blendend verstehen. Auch sie spürt seine Wärme ebenso wie seine Trauer. Bald darauf trifft Orest ein, den sie ebenfalls aus ihrer persönlichen Vergangenheit kennt. Während Orest im „Paradieb“ als Arztkollege und Betreuer von Jugendlichen in Erscheinung trat, ist er hier ein richtiger Erwachsener, der tut, was Erwachsene den Jugendlichen nicht sagen. Anna kennt ihn aus der Zeit ihrer gescheiterten Ehe, er kennt ihre ganz dunklen Zeiten, deshalb vermeidet sie tunlichst das private Gespräch. In der Folge baut sich seine zwiespältige Beziehung zu Toio auf.

Auf der großen Ebene der Rahmenhandlung kommen gleichzeitig die Verwendung der uralten ZEUT-Trümmer beim Bau von Neo-Ganymed, die geheimen Planungen des uralten Homer G. Adams und die Unterwerfung der vertrauten alten Ertruser-Siganesen-Kopplung unter die Atopische Ordo ins Spiel, so dass auch hier Vergangenheit in der Gegenwart aktualisiert wird.

Gucky selbst zeigt seine alte Persönlichkeit als lustiges lebendes Spielzeug und Spaßmacher ebenso wie seine neuerdings betonte Fähigkeit zum Planen, zu Geheimnissen und zum Durchgreifen, die es vor 2700 gab, die aber immer wieder zügig überdeckt wurden vom lustigen, anhänglichen Gucky. In den Passagen, in denen er in Erinnerungen schwelgt, kommt durch Namen, Geschichten und „Originalsprache“ das gute alte Rhodan-Feeling auf. Im zentralen vierten Kapitel wird er dann über den Text hinaus zum Sprachrohr für Ideen der Autoren und Leser, als er Rhodans Lebensleistung bewertet und überlegt, ob die Atopen bleiben oder zum Ende des Zyklus wieder abgeschafft werden.

Ein weiterer Bereich, in dem MAH mit Aussparungen arbeitet, ist die Raumschlacht. Nach einer umfangreichen Darstellung der Vorbereitungen, aus denen hervorgeht, dass wir es mit kompetentem Personal und klaren, funktionierenden Kommandostrukturen zu tun haben, erfolgt die Schilderung des Untergangs der TRAJAN – gar nicht. In der Art eines Botenberichts erfahren wir Details des Nachher, dass etwa Monkey in einem Fesselfeld von Bord geholt werden musste und wie die Bergung der Überlebenden ablief. So bleibt die Erzählung erneut im Rahmen des bühnentechnisch Möglichen, reduziert auf das übersichtlich Beschreibbare.

Erst erinnerte mich diese Reduktion an jene mir unsympathische Tendenz im Neuroversum-Zyklus, allerdramatischte galaktopolitische Handlungen in den Hintergrund zu drücken, während die Hauptpersonen mit irgendetwas Privatem beschäftigt sind, so dass man vor lauter persönlichem Kram kaum was vom Wichtigen mitbekommt. Dann dachte ich an jene paar unappetitlicheren Vorgängerromane, die ich vor kurzem mit großem Widerstand gelesen hatte und verzichtete dankend auf eine detaillierte Schilderung des Untergangs. Drittens spielt sich eine Raumschlacht in derart großen Räumen mit derart wenig Sichtbarem ab, dass das Darzustellende auf jeden Fall auch wieder Ausschnitte gewesen wäre mit fragwürdiger technischer Authentizität. Außerdem waren die Personen eben nicht derart mit ihrem Gefühlsleben beschäftigt, dass sie die Zusammenhänge darüber vergessen hätten. Also liegt hier eine andere Schwerpunktsetzung vor.

III.3. Einsatz von Farben

MAHs Farbadjektive weisen ein interessantes Eigenleben auf. Mal abgesehen von überraschenden Zuordnungen wie dem „schwarzen Sichelkamm“ (S.20) des Ertrusers – die waren doch immer sandfarben, jedenfalls bei idealen, gut aussehenden Ertrusern wie Melbar Kasom, oder? Und der Onryone besucht den Ertruser „im khakibraunen Gewand“ (S.38), nicht in einem der typischen schreiend bunten Gewänder. Während sein Emot äußerst aktiv ist – die Eigenschaft dieses Organs, Gefühle durch sichtbare Signale auszudrücken, kommt MAHs Darstellungsweise entgegen. Im Laufe des Gesprächs ist es hochaktiv: Es „verfärbte sich hellgrün und zitterte“, nahm „einen dunkelgrünen Farbton an“, und „verfärbte sich kalkweiß“, zu Gasparans Freude: „mit Genugtuung registrierte (er) das Zittern von Ghuttcuyrs Hinterkopfohren“ (S.39f). Während in der Folgeszene die als weiß-schwarz etablierten Go-Steine Cheungs betrachtet werden, ehe der Exil suchende Arkonide „im blütenweißen Gewand“ mit „albinoroten Augen“ (S.40) erscheint, so dass die Szenen auch farblich klar voneinander abgehoben wurden. Rot, Weiß und Schwarz dominieren auch die Verführungsszene und die Attacke auf Athapilly im Krankenzimmer, dessen Umfeld grau, „silbergrau“ und „bläulich“ (S.40) abgegrenzt auftritt. Auch Anna Potoman hat „mit grauen Fäden durchzogene(s) Haar“ (S.30), und sie bildet einen funktionierenden Schutzraum.

Während das „goldene Leuchtfeuer“ (z.B. S. 44), als das Toio die Aktivatorträger wahrnimmt, immer wieder die Richtung des Geschehens bestimmt. Goldfarben sind aber auch die Augen der Onryonen.

Monkeys Augenimplantate sind „anthrazitfarben“ (S.21), Adams Augen „blassgrau“ (S.28), das Gesicht des Tesquiren „silberblau […] mit den hieroglyphenähnlichen Bildern“ (S.39). Die Greifzungen des Cheborparners UFo, der „rot glühende“ (S.23) Augen hat, „ringelten sich wie kleine rote Schlangen“ (S.23) – mit eben diesen macht er später, anlässlich der Niederlage, eine beleidigende Geste, die ohne Folgen bleibt, weil die Onryonen sie nicht verstehen.

So verwendet MAH Bündel von Farbeindrücken, um Räume zu etablieren, und Themen zu kennzeichnen. Zusammengesetzte Farbadjektive dienen der reinen Deskription. Der auffällige farbige Vergleich ist Teil dreier Themen – rot für den Widerstand gegen die Atopen, die Schlange für die Pläne und Intrigen und die Zeichnung der Cheborparner als Teufel, die die weit gespannte galaktopolitische Ebene durchzieht – vertraute, freundliche Teufel stehen gegen die Eindringlinge.

III.4. Zusätzliche Strategien der Textbindung

Weitere Vernetzungen über unterschwellige Subtexte sind etwa Joshannans Überlegungen, er müsse ein „leuchtendes Beispiel (S.15) darstellen, nachdem es im ersten Handlungsstrang ständig um das Leuchten der Vitalenergien von Verliebten und Zellaktivatorträgern geht. MAH scheint gerade Zahlen deutlich zu bevorzugen, die wenigen ungeraden Zahlen hat er den „Bösen“ (vgl. S.39) zugeordnet und den Geheimnisvollen (vgl. S.40) Dies zieht sich aber nicht durch den ganzen Text.

Außerdem schätze ich die funktionierenden Gegenstände, wie den Gedanken berechnenden Spielzeuggucky, das Gepäck, das seinen Weg alleine findet und das Arbeitszimmer, das bei Annäherung die Tür öffnet.

Dann das Märchen von Hänsel und Gretel, durch das die Metapher von der „Brotkrumenspur“ und „Kieselsteinspur“ (S.13f) in die Handlung eingeführt wird und in der Folge immer wieder zur Sprache kommt. Ebenso der dezente Gleichklang von „Viccor“ (S.29) und „Vektor“ (S.30) auf einander folgenden Seiten.

Weitere kleine Nebenmomente finden wir im Knacken von Monkey Hals, „als wäre der Ast eines knochigen Baumes gebrochen“ (S.22) – kann man das als Vorankündigung der kommenden Niederlage verstehen? Und ist die Beschreibung des „zweigdürren Tesquiren“ (S.38) dann nur rein deskriptiv? Auf das eruptive Gelächter des Ertrusers mit seinem eingeblendeten Geysir sind wir schon eingegangen.

III.5. Ergänzung durch den Autor – Fy fan und Bergerac

In seiner Reaktion auf die Erstversion dieser Analyse wies MAH auf ein weiteres Detail hin, warum er nämlich UFos Sekretär Fydolormirhan Fandorycze genannt, abgekürzt FyFan genannt habe. Fy fan ist ein schwedisches Fluchwort und lautet übersetzt zum Teufel. Auf den khakifarbenen Onryonen ist er leider nicht eingegangen.

Ebenso ergänzte Herren, warum Toio mit einen aufwändig gefalteten Papier angreift statt mit bloßen Händen – er habe das Buch gewollt, wie er sich ausdrückt: „Cyrano de Bergerac; das Wort, das zur Waffe wird; zu einem nasenähnlichen Dreieck gefaltet, das den (falschen) Verführer töten soll“. Diesen Bezug hatte ich nicht gefunden. Nun lässt mich diese Aussage aber weiterdenken, und zwar darüber, wie das entsprechende Dreieck läuft – Bergerac hatte für einen schönen Mann Briefe geschrieben, die seine eigene Liebe zur gemeinsamen Flamme ausdrückten. Wer schreibt Athapillys Text? Wer ihn zum Handeln zwingt und die Regie mit ihm bespricht, ist Gucky. Die Nase als Nagezahn?

In den „Gefängniswelten (PR 2731) Marcus Michael Thurner ist Toio bald darauf explizit gierig und andererseits sehr frustriert, sehr zornig. Guckys Befragungen empfindet sie explizit als Vergewaltigung – obwohl er nichts anderes tut als sie selbst, nämlich in die innere Welt anderer eindringen. Bei MAH, der den Beginn ihrer Gefangenschaft darstellt, ist sie noch ihr lebenslustiges Selbst samt Autoritätsorientierung – sie ordnet sich gern dem Stärksten unter, ergreift vorbehaltlos seine Partei und ist als wirklich schöne Frau daran gewöhnt, hervorragend behandelt zu werden.

Gucky ist auf dieser Ebene immun, sie kann ihn nicht rumkriegen. Aber sie fühlt sich von ihm von Anfang an angezogen, schon als sie im Prolog spürt, wie ihre Härchen sich aufrichten „als würden sie sich geradezu nach Guckys Nähe sehnen“ (S.8) – und das, während er droht, sie durch seine Berührung zu töten. Dieselbe Ambivalenz findet sich auf den ersten Seiten von Thurners „Gefängnisplanet“. In der gleichen Linie steht Uwe Antons befremdliche Vision der kranken Ellendea Lon, die sich im Trugbild einer Mausbiberkolonie wieder findet und bedauert, dass sie alle kein Interesse an ihrem Körper zeigen, denn „Mausbiber sollten begnadete Liebhaber sein […] aufgrund ihrer telekinetischen Fähigkeiten“ (PR 2715, S.32). Hier ist die Anziehung zwischen Gucky und Toio subtiler, und es geht um einen potentiellen Seitenwechsel zum Guten hin. Während Gucky ebenso ambivalent mit den Möglichkeiten liebäugelt, die ihm das Böse eröffnet.

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse

So zeigt sich Marc A. Herrens Schreibart als sorgfältig, gründlich und gut verknüpft, voll von Details, die aber stets der Handlung untergeordnet bleiben und diese strukturieren. Beruhigend, zuvorkommend und freundlich wie der Autor selber, dabei unter der Oberfläche aber wesentlich komplexer, als es den Anschein hat. Die abgedeckte Zeitspanne wurde durch die Kapitelüberschriften entlastet, so dass jedes Kapitel der eigentlich sehr divergenten Handlung auf bühnentechnisch bewältigbare Ausmaße zusammengestutzt wurde. Im Falle eines schwer wiegenden Ereignisses wie der Vernichtung der TRAJAN, das nur beiläufig im Botenbericht erwähnt wird, kann man natürlich über die Auswahlkriterien diskutieren. Auch beeindruckt der gleichmäßige Aufbau, der mit einem Prolog beginnt, dann eine ansteigende Handlung in Form von drei Kapiteln mit Initiierungsgeschichten aufweist und nach dem Höhepunkt mit einer absteigenden Handlung in Form von drei Kapiteln voll Zerstörungsgeschichten in den Epilog überzugehen, der über eine Reflektorfigur eingebundenen wird. Wobei hier wieder einmal, wie bei den Geschichten ums Mahnende Schauspiel, MAHs Theaterkennntnisse zum Tragen kommen.

Die ausgiebige Anknüpfung an wichtige Informationen der Vorromane wurden über Gespräche und Denkvorgänge in den personal gestalteten Erzählfluss eingebaut, was gerade im ausgesprochen zerfaserten Geschehen diesen Serienabschnitts Sinn macht, weil es romanübergreifende Textbindung und Kontinuität des Informationsflusses bietet.

Durch sich ergänzende bzw. divergierende explizite und implizite Charakterisierung weisen seine Personen komplexe Charaktereigenschaften auf und interagieren in mehrschichtiger Art und Weise. Dabei werden Abläufe durch danebengestellte Parallelgeschichten akzentuiert, was vielschichtige Bedeutungsebenen eröffnet. Die der Autor dann schon immer wieder mit außertextuellen Bezügen füllt, für die man entsprechendes Vorwissen braucht. Die entsprechenden Elemente funktionieren jedoch akzentuierend statt handlungstragend, so dass man problemlos weiterlesen kann, ohne die Konnotationen zu bemerken.

Die übersichtliche Gestaltung von Räumen, die betreten, bewohnt und wieder verlassen werden, versorgt den Leser mit kleineren Handlungseinheiten, die er problemlos bewältigen kann. Unübersichtliches wird aus der Darstellung ausgespart. Die Raumgestaltung wird durch den Einsatz von Farbpaletten akzentuiert, durch die MAH Gleiches verbunden und Ungleiches voneinander angehoben hat, und durch weitere Strategien der Textbindung. Die Konzentration auf überschaubares Miteinander rückt zwar Wichtiges in die Kulisse, wie die Baustelle auf Neo-Ganymed, oder in den flüchtig skizzierten Botenbericht, jedoch sind die Interaktionen der Protagonisten subtil und aufs Außen hin ausgerichtet, so dass sich keine auf engen Raum beschränkte Gefühlsduselei auf Kosten der Zusammenhänge ergibt. Deren Foregrounding ließe sich natürlich ebenfalls weiterdiskutieren. Allerdings war dieser gesamte Serienabschnitt davon geprägt, dass fast alles kaputtging, was die Darstellung von Zusammenhängen ganz objektiv gesehen problematisch machte. Die ausgesprochen divergende Handlung, die leicht zersplittern könnte oder wuselig werden, bleibt auf diese Weise in geordneten Bahnen und fügt sich an der Oberfläche zu einem leicht zu lesenden Unterhaltungsroman zusammen, den man verstehen kann, ohne die Vielschichtigkeit wahrzunehmen. Man hat allerdings mehr davon, wenn man auf sie achtet.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s