Christian Montillon: Die Ordische Stele (PR 2741)

„Die Ordische Stele“ des Pfälzer Autors Christian Montillon, in Fankreisen CM genannt,  erschien als Perry-Rhodan-Heft Nr. 2741 am 28. Februar 2014. Er erweckte mein Interesse aus mehreren Gründen: erstens interessierte mich die Identität von Autor und immer noch recht neuem Expokraten, zweitens hatte ich als Germanistin natürlich gewisse Schwerpunkte im Germanistikstudiums CMs zur Kenntnis genommen, weswegen mir bestimmte Textbestandteile auffielen. Diesen Spuren wollte ich im März 2014, als ich diese Untersuchung machte, nachgehen.

Inhaltlich erzählt der Roman die Geschichte des oxtornischen Lordadmirals der USO, Monkey, dem es durch ein groß angelegtes Netz aus Täuschungsmanövern, einen sich aufopfernden Verbündeten und den Einsatz seiner außergewöhnlich widerstandsfähigen Konstitution gelingt, die bislang unantastbare Überlegenheit des Feindes in diesem Zyklus, des Atopischen Tribunals, anzuknacken. Dies ist gegenläufig zu deren ostentativem Dominanzverhalten, denn die Errichtung der ersten Ordischen Stele in der Milchstraße, der viele folgen sollen,  steht für eine neue Runde im Konflikt zwischen den Werten des Atopischen Tribunals und denen der Galaktiker. Diese Inhalte kann man in der Perrypedia nachlesen.

Die Geschichte an sich stand nicht so sehr im Fokus meines Interesses. Mich interessierte die Machart: Dass dieser Wechsel sich spiegelt in der Erzählweise des Romans und in der verwendeten Bildlichkeit spiegelt. Ich fand das eben besonders interessant,weil CM eben nicht nur Autor ist, sondern als Expokrat der Serie auch die Gesamtplanung betreibt. Deshalb wollte ich seine Erzählweise und die Übernahme von Bilder aus älteren literarischen Epochen in den Konflikt ums Atopische Tribunal untersuchen.

Bei jeder personalen Erzählsituation sitzen wir Leser unbemerkt mit im Kopf der Reflektorfigur und verfolgen mit, wie und was sie sieht, hört, schmeckt, fühlt, tut, alles gefärbt von ihrer Persönlichkeit, auch die Wahrnehmung der solchermaßen vermittelten Umgebung. CM verwendet eine Erzählweise, bei der die Gefühle, Gedanken und Lebensumstände der Protagonisten ständig „im Bild“ sind, weil diese als Reflektorfiguren wie als Gesprächspartner stets und ständig alles kommentieren.

Ungewöhnlich ist dabei die explizite Nennung der Denkvorgänge – weil das so ein spezifischer Individualstil beim Erzählen ist, entsprang meinem Spieltrieb in Anlehnung an den Begriff der „Handtaschenperspektive“ für Irmgard Keun, auch eine Individualbezeichnung, der Begriff der „Extrasinnperspektive“, weil ständig, aber auch wirklich dauernd besprochen, eingeschätzt, abgeschätzt und geplant wird. In Keuns Erzählvorgang fließen Zeitsprünge, Rückblenden und Kommentare verwirrend nahtlos in den Monolog einer einzigen Erzählerfigur ein. Im Gegensatz hierzu verwendet CM eine hohe Anzahl an Reflektorfiguren, die wir Leser beim Denken begleiten. Auch diese Vorgehensweise erschwert den Überblick.

Natürlich stimmt „Extrasinnperspektive“ nicht ganz – der Unterschied zumindest zu Atlans Extrasinn liegt im völligen Fehlen von Sarkasmus. Aber Ironie als Diskrepanzphänomen mit seinem wechselseitigen Beleuchten von Positionen kann zumindest in der „Ordischen Stele“ deshalb nicht auftauchen, weil sich in der Diskrepanz zwischen den Deutungsebenen verschiedener Reflektorfiguren und ihrer Informationslage ein ganz gewaltiger Sein-Schein-Gegensatz auftut, der denWertekonflikt zwischen den Galaktikern und dem Atopischen Tribunal in der Struktur des Romans abbildet. Die fiktionale Realität entsteht als relativer Schein, etabliert über einen enormen Aufwand an Denkaktivitäten. CM verwendet Redeeinleitungsformeln fürs Denken und siedelt sich an in einem Grenzbereich zwischen personaler und auktorialer Erzählhaltung an, wegen des hohen Maßes an Informationsvorsprung seiner Figuren und ihrer Außensicht auf die Fiktion. Zugleich sind sie zutiefst zwiespältig, auch unzuverlässig in ihrer Betrachtungsweise, wie wir gleich am ersten Dialog von PR 2741 merken:

Das sieht nicht gut aus.“ „Lordadmiral Monkey hat gesagt, dass es länger dauern könnte“, gab der Pilot zu bedenken. „Monkey ist auch so ein Pessimist“, kommentierte Blosstur. „Oder Realist?“ fragte Passan. Der Kommmandant dachte nach. „Vielleicht nichts von beidem. Monkey ist eben Monkey. Und er wird sich nie ändern.“ „Glaubst du?“ (PR 2741, S.5)

Zur Unsicherheit in der Lesart der Personen kommt noch eine des Setting hinzu. Wo ein „normaler“ Schriftsteller auf echte, oft dem Leser vertraute Örtlichkeiten zurückgreifen kann, muss die Verortung in der SF künstlich aufgebaut werden. Der Perry-Rhodan-Autor hat hier die Serienkonstanten zur Verfügung und Elemente aus dem echten Leben, die in die fiktionale Ebene nachbilden.

Serieninterne Elemente in der „Ordischen Stele“ sind z.B. der ophalische Sänger (S.5), die schon im Vorroman geschilderte Explosion von Noros, der Planet Aurora – diesmal aus der Distanz geschildert, die Konfrontation zwischen Galaktikum und Atopen – eine Summe vieler Einzelheiten, die in ihrer Kontinuität die Wirklichkeit der Serie konstituieren. Dann gibt es vertraute Dinge aus unserer echten Welt: die Woks, das Pflaumenmus und das „Nessun Dorma“, das durch seine Ansiedung im Prolog das Rahmenthema des Romans ausdrückt. CM liefert gleich eine überzeugende Begründung für das Abspielen dieses Musikstücks mit – die beiden Mehandor diskutieren darüber, ob es für sie Sinn macht, ein alterranisches Stück zu hören. Mit seiner Einstufung als „historische, ja fast antike Aufnahme“ des ophalischen Sängers (S.5) setzt dann jene Verunsicherung des Lesers ein, die CM systematisch zu betreiben scheint – unsere Allgemeinbildung wird außer Kraft gesetzt, und noch vieles mehr.

Die Zahl der Reflektorfiguren ist hoch, und jede hat ihre eigene Sehweise: Auf der einen Seite der Onryone Penccas Khelliod, der von Anfang das Errichten der Stele plant und in der Bedeutung des Moments schwelgt. Seine Gegenspieler sind zahlreich, auch ihre weitreichenden Pläne lernen wir aus ihren Köpfen und Geheimbesprechungen kennen. Trotzdem hat jeder Geheimnisse vor den anderen Protagonisten und vor dem Leser. Durch diese Geheimnistuerei entsteht dann wieder eine begrenzte Perspektive und hierdurch Spannung. Ihre Gemeinsamkeiten sind also von der Handlungsführung her ihre Mission, technisch das Offenlegen ihrer Bewusstseinsvorgänge und von der inneren Handlung her ein gewissermaßen oszillierendes Verhältnis zur Realität.

Und da CM seinerzeit fast über Kirchenliedforschung promoviert hätte, lag die Parallele zum Barock nahe: der Sein-Schein-Gegensatz beispielsweise in einem derart populären Kirchenlied wie dem barocken „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ scheint natürlich erst mal ganz was anderes zu sein, aber bei näherer Betrachtung von Handlungsführung und Figurencharakteristik dieses Romans findet man Parallelen: Es geht ebenfalls um Wertekonflikt, quasireligiöse Auseinandersetzung und Täuschung. Mit dem Totenreich des Schmerzensteleporter und leidvollen Wanddurchgängen zuletzt im „Schwarzen Palast“ von MS inklusive Skelettvisionen finden wir Attribute des „memento mori“ – gedenke des Todes! Hinzu kommen aussagekräftige Romantitel des Germanisten CM: „Unter der Technokruste“ (Sein/ Schein), „Vier gegen ITAFOR“ (Blut, Schmerzen), „Im Wolkenmeer“, „Preis der Gerechtigkeit“ und „Totentanz“ – von den blutigeren, schmerzhafteren Romanen MTTs im von CM geprägten Zyklus ganz zu schweigen.

Blut, Eiter, Schmerzen, höhere Gerechtigkeit, Deutung der Welt unter dem Blickwinkel einer bestimmten Idee der Gerechtigkeit als Wahrheit liegt vor, die Weltbilder der Atopen und der Galaktiker sind antithetisch. Noch dazu ist eine für uns Leser seit dem barock etablierte Bildlichkeit verwendet, um die neue fiktionale Realität aufzubauen. Das macht den Zyklus natürlich nicht zu einem Ausläufer des Spätbarock, sondern es ist eine in unserer Kultur etablierte Bildlichkeit verwendet, um die neue fiktionale Realität aufzubauen. Die Ebene ist die der Motivgeschichte. CM hat in jedem Roman irgendetwas mit Blut, Eiter oder Erbrechen versteckt. Mit der Blutrünstigkeit des barocken Bühnenstücks kann er allerdings nicht mithalten, und ich will ihn auch gar nicht auf Ideen bringen.

Schauen wir uns mal die durchgängig aufgebaute Diskrepanz von Sein und Schein im Roman an: Gleich im ersten Kapitel nach den zweifelnden Springern beschäftigt sich Monkey mit einem Buch über Saedelaere, um ihn endlich besser verstehen zu können, denkt über seine Ideen über den Swoon Gyr Boskaide nach und kommentiert, was ein Zeitgenosse Perrys über einen Cheborparner gedacht hätte, was seine Zeitgenossen denken, und dann unterhalten sie sich über ihre Sichtweisen.

Dann geht es weiter mit dem Onryonen Penccas Khelliod, der über seine Rolle in der „Befriedung“ der Milchstraße nachdenkt und dem ein Spion, ein Gestaltwandler, die Pläne der Gegner verrät. Die Lichtquallen im Antigravfeld, in denen er badet, haben als Pendant die rote Stele, die so eindrucksvoll antransportiert, eingesetzt und von UFo betreten wird. Ich mag die fließende Art, in der sich das Gesicht herausbildet. Für meine Theorie entscheidend ist ihre Art, sich von oben herabzusenken und ihre Beichtstuhlfunktion – Beichtstuhlform hatte schon der Atopische Synaptor in Haensels PR 2736, auch er ein Kommunikationsinstrument mit den geheimnisvoll entrückten Gesetzgebern, die alles besser wissen. Im Barock gab es den Dreißigjährigen Krieg zwischen Katholiken und Protestanten, und im Konflikt mit den Atopen erhalten diese ein Bildinventar aus dem Katholischen. Was natürlich von seiner eigentlichen Bedeutung abgelöst ist, es enthält keine Kritik am echten Katholizismus, die Bildlichkeit ist aber vertraut und kann hierdurch eine fiktionale Wirklichkeit erzeugen, die „echt“ wirkt.

Die Gegenseite hat nicht die eine einzige Wahrheit der Verkündigung. Ihre Wahrheit lebt dezentral im Innern jedes Einzelnen, der letztlich in Eigenverantwortung seiner Entscheidung nachkommen muss – das ist protestantisch. Wie gesagt, nur von der Zugangsweise her. Erst kommt Ufos erster Parolmann, Träger der geheimen Zugangscodes zu den Mysterien des Galaktikums: Der Dron Enderquett, verfremdet durch seine Schuppen, vertraut durch Wok und Pflaumenmus. Über seine Vorgeschichte denkt er übersichtlich nach, sein „Herr“ ist anwesend, aber ausgeblendet. Über den Informationsvorsprung des Dieners vor dem Botschafter entsteht ein gegenläufiges Hierarchiegefälle, wieder eine starke Diskrepanz zwischen Sein und Schein. Das wird dann noch mal getoppt durch Enderketts „Topologisches Labyrinth“, das mich an Bokos Klause in PR 2616 erinnert – parallel, dass beide als Stützpunkte für den großen Angriff dienen, dort der auf die Sonne, hier erst mal der auf die Angreifer, dann der Weg zum Treffpunkt der Parolleute. Aber während Boko von der Treue zu seiner Schwester motiviert wird, ist Enderketts Rückzugsort von UFo installiert und Ankerpunkt seines geheimen, übergeordneten Plans. Er zieht sich in diese inneren Gefilde zurück so wie der pietistische Protestant im Gebet, in der Versenkung in Gott „entrückt“ und „entzückt“ wird, nämlich der Welt entzogen.

Auch in den Machenschaften von Monkey und UFo geht es um das Spiel mit der Wirklichkeit, Sein und Schein, wenn der Onryone ausgetrickst wird, so dass er die beiden Leibwächter aufs Schiff lässt, deren einer der verkleidete Monkey ist mit dem versteckten Swoon im der Bauchattrappe, der dann das Holorama Ushindis auslöst, das von den echten Vorgängen ablenkt – zwischendrin kommen ein Mann, der die Augen seiner verstorbenen Frau als Spiegel seiner (!) Seele sieht (vgl. 23) – auch diese sehr persönliche Mann-Frau-Begegnung findet sich in fast jedem CM-Roman – und die Ushindi abgezapfte Blutprobe, die mit dem echten Blut des echten Künstlers einen scheinbaren Tod vortäuschen wird.

Die eingeschobene Handlung um den zweiten Parolmannes dreht sich um den Arkoniden Aksandsar da Hay Boor, einen Messingträumers, der nur widerwillig in der Realität bleibt und nicht versteht, wo der Haluter herkommt, der ihn rettet, weil er nicht begreift, in welchen Zusammenhängen er sich bewegt. Der dritte Parolmann, der Hasproner Luba Sieben ist doppelt, tritt nämlich mit Tochter auf, hat gleich Ufo einen unaussprechlichen Namen, und die Menschen können nicht erkennen, welcher von beiden Männlein oder Weiblein ist. Während Monkey und der Swoon unter dem Paros-Schirm mit seiner tödlichen Strahlung unterwegs sind, kommen Todesnähe, Schmerzen und Eiter, und dann eben die Münchhausenhandlung – der gute, alte Lügenbaron in der fiktionalen Realität, der Ritt auf dem Linearraumtorpedo.

Dass CM mit seinem Hintergrund des Germanisten und Kirchenliedforschers derart viel mit Sein und Schein arbeitet und Tod, dass bei genauerem Hinsehen so viel Nähe zum Barock sichtbar wird, bestärkt den Status der Ordische Stele als Symbol, und zwar als Symbol jener Gerechtigkeitsproblematik, die diesen Zyklus so grundlegend durchzieht. Was die Werte betrifft, so stehen sich die Stele als verkündendes Manifest einer absoluten Ordnung und die kleinen, herumeilenden, verwirrten und verwirrenden (täuschenden) Gestalten mit ihrem sie alle umschließenden Gesamtplan gegenüber. Diese verkörpern aber „unsere“ Ordnung, eine relative, demokratische, jeden Einzelnen betreffende Ordnung, die im Inneren jedes Einzelnen immer wieder neu entsteht. Also „gut“, wobei die „Bösen“ auch „Gutes“ tun bzw. dies behaupten, und von ihrem Gutsein ohne jeden Zweifel überzeugt sind, was sie „böse“ macht.

In diesem Chaos entstehen Fäden ein großes Musters, einer Great Perrychain of Being, das den Zyklus insgesamt weniger verwirrend erscheinen lässt. Die Great Chain of Being war ein zu Shakespeares Zeit geltendes Konzept der hierarchischen Stufung alles Seienden, ganz unten die Mineralien, dann die Pflanzen, die Tiere, die Frauen und die Männer, letztere natürlich abgestuft nach sozialer Schichtung. Dann kamen die Geister, die Engel und schließlich Gott. Dieses Wertemodell hat eine Entsprechung im Perryversum, und zwar sind die Naturgeister, Engel und (mit Vorbehalt) Gott durch die höher entwickelten Außerirdischen und dann durch Mutanten, Körperlose, x-dimensional Denkende, SIs, Kosmokraten usw. ersetzt – die Sache mit Gott kommt bleibt am Rande präsent: Rhodan ist in unaufdringlicher Weise Christ. Zuletzt fiel sie mir bei Lukas‘ „Winters Ende“ auf, und bei Delorians emanzipatorischem Schöpfungsakt.

Anscheinend steht auf dem Spiel, dass sich ein neues Modell von Gerechtigkeit einpendeln soll, eine neue galaktische Ordnung, die neue Serienkonstante werden soll. Die aufgezeigten Parallelen fallen in den Bereich der Motivforschung: Die Atopen sind nicht katholisch, nur weil sie Beichtstuhl und Verkündung von oben haben, und die Galaktiker sind nicht evangelisch, nur weil ihre Begegnung mit der Wahrheit in jedem Einzelnen stattfindet und in inneren Räumen. Was mich an diesem Aspekt jedoch beschäftigt, ist die Nähe zur programmatischen Szene in PR 1000, in der der kleine Perry in einem Gewitterblitz zu ES entrückt wird, der in der Folge gewisse Eigenschaften in ihm wachhält, die Kinder sonst verlieren, wenn sie groß werden. Und die dann die Menschheit, die Galaxis und alle Universen retten. Dieser persönliche innere Antrieb, die Zivilcourage, der Wert des Einzelnen, das sind Werte, die der Perry-Rhodan-Serie zutiefst zugrunde liegen. Die neuen Expokraten haben es geschafft, die Serie wieder beweglicher zu machen und einen grundlegenden Wertekonflikt zum Thema zu machen. Eine mundus symbolicus wird nicht entstehen, aber hoffentlich gelingt es ihnen, die neu geschaffene Welt mit lebendigen Anliegen zu füllen.

©Alexandra Trinley, 2015

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