Ende der Eitelkeit. An Gryphius.

Andreas Gryphius lebte während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 – 1638) und beschäftigte sich sehr intensiv mit den Wechselfällen des unsicheren Lebens. Deshalb nahm ich mir sein Sonett „Es ist alles eitel“ zum Vorbild.

 

Du baust ein Haus ins Land, die Raten würgen täglich.

Mit Training wirst du fit, das Alter macht dich schlapp.

Die Freunde, die du liebst, sind morgen unerträglich.

Die Kinder, die du hegst, sehn bald schon von dir ab.

 

Die Bücher, die du schreibst, wird bald ein anderer lesen,

wenn Rheuma die Gebeine täglich plagt.

Glück, Eifer, Überschwang, sie trieben dich durchs Leben,

was alles wertlos wird, wenn Zweifel nagt.

 

So stäubt als Blütenstaub der Zeit dein Mühen.

So treibt im Wechselspiel der Zeit dein Ich.

Du unternimmst und planst und regelst alles,

 

du schließt Verträge für den Fall des Falles,

um aus dem Traume endlich zu erwachen.

Vorbei ist’s. Und? War’s alles wert?

 

© Alexandra Trinley 30.12.2015

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s