Wellengang

Das schwere Rauschen im Hintergrund erfüllte Undine mit der Gegenwart des Meeres unter dem weit gespannten Himmel. Taubengrau, azurblau, gischtbefleckt rollte es bis zum Horizont, an dem es mit dem Raum verschwamm. Die Sonne schien warm. Zwar trug sie vorsichtshalber ihre Jacke über dem Arm, doch sie genoss die schweren, nassen Sandbrocken zwischen ihren Zehen und auf ihren Füßen, wenn sie diese mutwillig in eine besonders hohe Sandverwehung schob und deren Oberfläche aufbrach. Die milde, salzige Brise strich durch ihr offenes Haar. Tief atmete sie ein.

Der helle Sonnenschein entsprach ihrer Stimmung. Das Leben sah hell und freundlich aus. Erwartungsvoll holte sie das silberne Blumenamulett aus der oberen Tasche ihrer leichten Leinenjacke. Es war das erste Geschenk, und es stand für viele Verheißungen. Das Treffen heute Abend war ein Anfang. Es war das erste Rendezvous seit dem Schlussstrich, und sie freute sich darauf. Sekt und Wein standen bereit, leckere Häppchen konnte sie in wenigen Minuten fertigmachen und üppige Trauben quollen über den Rand der Obstschale. Und sie hatte ein wunderbares Kleid gefunden. Versonnen setzte sie sich auf einen warmen Felsen und ließ das Unterpfand in der Sonne gleißen. Dann verlor sich ihr Blick am Horizont …

Weiter in der Druckausgabe, erschienen beim TCE

  http://www.terranischer-club-eden.com/

gedition11

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s